Sonntag, 11. Juni 2017

Schottland-Urlaub Teil 7

Neiiiinn, ich hab es nicht vergessen. Der Schottland-Bericht wird ordnungsgemäß zuende geführt, wie versprochen. Schließlich haben wir Freitag auch noch was Tolles unternommen. Wir wollten jetzt keinen Monster-Ausflug mehr unternehmen, denn schließlich wollten die Koffer gepackt und das Cottage noch ein bisschen aufgeräumt werden. Aber Tommy hatte auf unserer Karte nicht allzuweit entfernt das Dunrobin Castle entdeckt und das sah im Internet ganz toll aus. Auf dem Rückweg wollten wir dann nochmal nach Fortrose um ein letztes Mal nach Delfinen Ausschau zu halten. Also los.

Vor dem Haus trafen wir dann auch Mrs MacDonald. Zum Glück, denn ich wollte sowieso noch mit ihr quatschen, wie wir das mit dem Schlüssel machen sollen am Samstag. Sie war erst mal ganz begeistert, dass wir zum Dunrobin Castle fahren wollen, denn das sei "like a fairytale" ;) Klang ja vielversprechend. Außerdem hat sie schon fast mit uns geschimpft, weil wir uns so selten haben blicken lassen bei ihr :D und hat uns für den Abend auf ein Bier zu sich eingeladen. Sie würde uns so gerne ihre Aussicht zeigen und hören, was wir die zwei Wochen so erlebt haben. Sehr gerne! So eine nette Einladung kann man nicht abschlagen.

Aber erst mal ging es los zum Castle. Wir waren genau zur Eröffnung da und es war noch nicht viel los. Der Eintritt kostete 11 £ und beinhaltet das Schloss, den Garten, die Falknerei und ein kleines Museum, in dem die Jagdtrophäen der Schlossherren und Fundstücke aus der Umgebung ausgestellt sind. Das ist schon ganz ordentlich finde ich. Verglichen mit Cawdor Castle, wo wir ja 11,20 £ bezahlt haben, bekommt man hier definitv mehr geboten. Im Schloss selbst durfte leider nicht fotografiert werden, aber es war toll! Eingerichtet war es überwiegend viktorianisch. Steh ich ja voll drauf. Ich würde es nehmen, wenn es irgendwann mal einer verschenken möchte ;)
Übrigens war das Schloss der Wohnsitz des Sutherland Clans, also den Earls of Sutherland (Maike, genau so einen Earl brauchen wir xD) und ist bis heute das größte Wohngebäude in den nördlichen Highlands. 
Nach der Schlossbesichtigung sind wir in den Garten gegangen. Der sah genau so toll aus, wie das Schloss eingerichtet war:



Direkt am Meer und typisch britisch seeehr ordentlich. Ich mag ja eigentlich lieber Wildblumenwiesen, aber auch ein so gradliniger Garten hat ja seinen Charme.
Und weil ich euch schon kein Foto von innen zeigen kann, gibts wenigstens noch eins von außen.



Mrs MacDonald hatte schon Recht mit dem Märchen, nicht?
Wir waren dann noch in dem kleinen, aber suuuper interessanten Museum (auch Fotoverbot). Die ganzen ausgestopften Tiere taten mir zwar leid aber das Jagen war nun mal eine beliebte Beschäftigung vom Adel damals. Und dann haben wir uns noch ein Stück der Flugshow angesehen. Den Herrn, der das gemacht hat, habe uch zwar nicht ganz so gut verstanden, weil er sehr schnell gesprochen hat, aber ich liebe Greifvögel sehr und könnte sie stundenlang anschauen. 
Von einer Eule habe ich ein sehr schönes Bild hinbekommen, das reiche ich noch nach.

Wir haben uns anschließend wieder langsam auf den Heimweg gemacht und in Fortrose gehalten. Heute hatten wir mal kein Glück, zumindest was Delfine angeht. Einen Seehund haben wir entdeckt, aber der ließ sich schwer fotografieren. Aber wir hatten nun auch schon zwei Mal Glück und ich würde behaupten, dass eine Stunde am Meer sitzen und dem Rauschen zuzuhören auch ohne Delfine keine Zeitverschwendung ist. Hihi.

Nun ging es für uns noch ein letztes Mal einkaufen (tschüss Tesco....ich liebe dich!) und dann zu Mrs MacDonald. Wir haben ihr ein kleines Blümchen gekauft, weil sie Pflanzen wirklich über alles liebt und sind rübergestiefelt. Wir haben uns für die Gastfreundschaft bedankt und sie hat das direkt abgewiegelt. Sie meinte, wir hätten doch gar keine Gastfreundschaft in Anspruch genommen. Das sehen wir allerdings anders. Allein ihr fettes Willkommenspaket und die vielen Tips am Anfang, die Antworten auf unsere ganzen Fragen....außerdem hat sie nach der Hälfte der Zeit angeboten, uns die Betten neu zu beziehen, neue Handtücher zu geben und zu saugen und aufzuräumen. Ich war ganz verdattert. Ich mein das ist ja kein Hotel jnd davon stand auch nichts in unserer Buchung. Fand ich meeega nett. Habe aber abgelehnt. Einmal durchsaugen kann ich auch selbst und sie ist ja nicht unsere Dienerin. Naja und dann eben noch die Einladung in ihr  Haus auf ein Bier. Ich finde das schon sehr gastfreundlich. Sie hat uns dann erst ihr Haus gezeigt und ich war völlig sprachlos. Von außen sah es recht unspektakulär aus, aber von innen....die Räume sind fast alle achteckig und es gab oben einen runden Raum, die halbe Seite verglast sodass man auf den Moray Firth schauen kann und um einen offenen Kamin in der Mitte standen ganz viele Sessel und Sofas. Überall lagen dicke Teppiche und Bücherstapel. Hach....
Brodie war natürlich auch da und wurde ordentlich beschmust von uns und außerdem durften wir noch den roten Kater kennen lernen. Gary-Gary hieß er glaub ich. :D 
Tommy und ich habe Red Ale bekommen und sie hat Gin getrunken. Den gibt es auch viel in Schottland. Wir haben dann vom Urlaub erzählt und uns ausgetauscht wo wir schon so waren und was wir gerne noch bereisen würden. Sie hat uns von ihrem Mann erzählt, der an Krebs gestorben ist. Und von ihrer Leidenschaft für Blumen und Gärten. Es gab leckere Snacks  (zum Beispiel so scharfe Gemüsebällchen) und es war richtig schön. Ich fand es toll, dass unsere Unterhaltung sprachtechnisch echt gut geklappt hat und es war schön, sie ein bisschen kennen zu lernen. Haben auch erfahren, dass sie noch ein zweites Ferienhaus besitzt. In Gairloch, also da wo wir Mittwoch erst waren. Schottland ist eben ein Dorf :D aber das Haus will sie verkaufen weil es für sie allein zu viel Arbeit ist.
Irgendwann mussten wir uns dann verabschieden denn wir mussten ja leider noch packen. Sie hat uns dann ermahnt, ja nicht zu viel Zeit mit aufräumen zu verbringen und wollte wissen, ob wie denn schon unten am Strand waren. Wir mussten dann erst mal zugeben, dass wir den Weg nicht gefunden haben. Am ersten Tag hatten wir ja gesucht, aber keinen Weg entdeckt und dann war auch so viel anderes, dass wir es irgendwie vergessen haben. 
Doch nun erfuhren wir dass direkt neben dem Grundstück von Mrs MacDonald ein kleiner Schleichweg runter führt.



Den mussten wir dann natürlich zum Abschluss noch ausprobieren. Es ging wieder durch viele gelbe Ginstersträuche und ruckzuck waren wir am Strand.
Steinstrand aber immerhin. Wussten wir ha auch.



Sind noch ein Stück gelaufen und abends nochmal zum Sonnenuntergang runter gelaufen. Danach haben wir uns mit viel Wehmut in die Betten verkrochen. Schottland wird uns fehlen!

Am nächsten Tag haben wir noch Brötchen zum mitnehmen eingepackt und Mrs MacDonald den Schlüssel gebracht. Wir mussten ihr versprechen, von der Hochzeit im Oktober ein Bild zu schicken. Aber sie wird jetzt eh ab und zu mal ein Kärtchen bekommen. Danach sind wir die zwei Minuten zur Autovermietung gefahren und haben komplikationslos unser LeihAuto abgegeben. Dann wieder mit Shuttle Service zum Flughafen .





Da seht ihr übrigens mal ein Bild vom süßen kleinen Flughafen. Den mag ich. Man hat alles auf einen Blick, es gibt nur drei Gates. Dort ging das Warten dann los denn wir waren drei Stunden vorm Abflug dort. Aber hier ging es eigentlich. Der Flug war pünktlich und wir sind gut in Heathrow angekommen. Allerdings hatten wir dort dann 4 Stunden Aufenthalt und das ist ein Nichtraucher Flughafen. Für Tommy also schon hart. Ich hab ein bisschen Schokolade geshoppt und gelesen und irgendwann ging auch der Flug los.
Selbst die Gepäckabholung ging schnell als wir in Düsseldorf ankamen. Alles in allem also eine gute Heimreise. Abgeholt wurden wir von Papa, Mama und Maike und das war dann echt schön :) man freut sich ja auf seine Lieben.

Schottland hat uns definitiv nicht zum letzten Mal gesehen!
Wer auch mal dort Urlaub machen möchte: Unser Cottage war das Cherry Cottage, liegt sehr günstig in der Nähe von Inverness mit allem was man braucht um die Ecke. Es ist dennoch wunderbar ruhig und man bekommt in dem Häuschen niemand anderen zu Gesicht und hat seine Ruhe. Man hat einen tollen Blick auf den Moray Firth, wird sehr herzlich umsorgt von der Vermieterin und das Haus ist wirklich ein kleiner Traum! Sehr zu empfehlen!


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