Mittwoch, 9. August 2017

Hochzeitsgedanken

Ich hatte ja letztens mal erwähnt, dass ich nochmal ein bisschen über das Thema Hochzeit sprechen wollte. Wie ich auch schon wieder vor einiger Zeit mit Babs festgestellt habe (wir waren nämlich nochmal in der Traumfabrik, um ihr frisch eingetroffenes Brautkleid zu begutachten) ist es ja nun nicht mehr lange hin bis zu ihrer und somit auch zu meiner Hochzeit.
Und da ich immer, wenn ich in letzter Zeit mal sage, dass ich gestresst bin, ein mitleidiges "Ja wegen der Hochzeit, ne?" ernte, wollte ich dazu doch noch mal ein paar Worte verlieren.

Wegen der Hochzeit war ich bis jetzt nämlich eigentlich noch gar nicht gestresst. (Mich stressen eher so Dinge wie Autounfälle, geklaute Kennzeichen und Koffergrößen für Urlaubsflüge ;D)
Entgegen vieler Kommentare und Meinungen kann man eine Hochzeit auch sehr gut planen, wenn man erst 10 Monate vorher beginnt. Sicherlich kommt es auf die Wünsche des Brautpaars und den Zeitpunkt der Hochzeit an, aber ich behaupte mal ganz frech, wir hätten auch gut und gerne noch später anfangen können mit dem Planen.
Nachdem wir wussten, wie viele Leute wir ca. einladen wollen, haben wir uns auf Locationsuche gemacht und auch sehr schnell eine gefunden, die uns mehr als zugesagt hat. Der Caterer macht für uns nun nahezu alles. Wir kümmern uns nur noch um Kleinigkeiten. Beispielsweise möchte ich den Eingangsbereich noch schmücken.
Dann habe ich die Einladungskarten ja selbst gebastelt, wie ihr schon wisst, und momentan sitze ich a den Platzkärtchen. Da waren letztens Maike, Viola und Julia zum Basteln da.
Dann mache ich noch die Menü- und Getränkekarten selbst und sicherlich noch ein paar andere Kleinigkeiten wie eine Kartenbox oder so. Aber das stresst mich ja alles nicht, das macht mir ja Spaß.

Einiges hat sich bei uns auch durch etwas Glück gefügt. Beispielsweise haben wir uns ja doch für einen DJ entschieden, einfach weil in der Location keine Musikanlage vorhanden ist, sprich die hätten wir eh mieten müssen. Und mit DJ entspannt es sich für uns wieder. Erst hatte ich einen Bekannten gefragt, weil ich bislang fast nur schlechte DJs erlebt habe und bdie ihm weiß ich halt, dass er das spielt, was wir hören wollen. Leider ist der aber während der Hochzeit auf Tour. Dann hatten wir eine Empfehlung von Viola, der DJ war aber schon gebucht. Der hat uns dann wieder jemand anderen empfohlen. Der war aber zum einen recht teuer und zum anderen war er mir auch irgendwie nicht so sympatisch. Aber ich hatte auch nicht mehr so Lust noch ewig weiter zu suchen und die Referenzen waren gut. Und einen Tag vor dem Termin, bei dem wir einen Bertrag mit dem abgeschlossen hätten, erzählt Yvonne mir von ihrer Hochzeit und von ihrem tolle, sympathischen DJ. Ich hab mir die Nummer geben lassen, wir haben telefoniert und nun haben wir für die Hälfte des Geldes einen super netten DJ, der alles nach unseren Wünschen macht. Freudeeeee :)

Mein Kleid ist auch keine große Sache. Ich war einmal mit Mama, Maike und Viola in einem Brautladen. Ich glaube, das habe ich vor allem für meine Mama gemacht. Und für mich selbst um mal zu schauen, welcher Schnitt mir wirklich gefällt. Und es hat sich bestätigt, was ich vorher schon wusste: Ich möchte kein bodenlanges Kleid. Mir gefallen viele lange Brautkleider natürlich total gut aber für mich sind sie alle nicht geeignet für die Praxis. Ich bin kein Kleidertyp und in einem Prinzessinnenkleid würde ich mich nicht wohlfühlen. Und ich habe auch keine Lust so wahnsinnig viel Geld auszugeben dafür. Ich mache dann lieber einen schönen Urlaub.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich in beiden Brautläden auch nicht sooo gut beraten gefühlt habe. Da fand ich die Traumfabrik bei Babs zum Beispiel schon mal besser.
Wie auch immer....ich habe mich dann im Internet umgesehen. Erst mal habe ich ein bisschen nach Onlineshops gegoogelt. Die meisten haben ja wirklich schlechte Bewertungen und ich wollte natürlich nicht irgendwo bestellen, wo ich hinterher nur Ärger habe. Ich bin dann schließlich bei Cocomelody gelandet. Die haben gute Bewertungen und auch eine Art Online-Beratung, wo ich sehr nette Tips und Hinweise bekommen habe. Dort habe ich mir dann ein Kleid nach Maß bestellt und nach 4 Wochen war es da und es sitzt wie angegossen :) Ich lasse es eventuell noch ein bisschen kürzen, denn momentan ist es wadenlang und ich hätte lieber knielang. Insgesamt hab ich dann vielleicht 350 Euro ausgegeben dafür.
Aus Interesse habe ich übrigens noch ein Kleid bei Ebay für 60 Euro bestellt....und selbst das sieht zwar nicht so toll aus wie auf dem Foto, ist aber für 60 Euro immer noch sehr bequem und schön. Ich würde es immer wieder so machen.

Dann gibt es noch so viele Kleinigkeiten von denen ich immer wieder höre, wir "müssten sie machen". Ich versuche mich davon zu lösen. Ich muss gar nichts. Ich muss keine Spiele spielen, ich muss keinen Brautstrauß haben, ich muss nicht alle Hochzeitsgäste das ganze Wochenende bespaßen, ich muss keinen Eröffnungstanz machen. Es mag ja sein, dass das auf den meisten Hochzeiten so gemacht wird, aber ich bzw. wir beide möchten das halt nicht. Lustigerweise sagen die meisten Leute, von denen ich im Vorfeld gedacht habe, sie würden genau so was erwarten, sofort "Das war doch klar Katja, das würde eh nicht zu euch passen!" zu mir.
Das beruhigt mich ja doch sehr. Unterbewusst beschäftigt mich das nämlich sehr. Hatte letztens einen Albtraum, bei dem alle angekommen sind und nach dem Sektempfang hat sich jeder hingesetzt und dann haben uns auf einmal alle angesehen und erwartungsvoll angeschaut und ich konnte nur sagen "Es passiert aber jetzt gar nichts spannendes, es gibt einfach essen." :DDDD
Total bescheuert.
Ich freue mich einfach auf einen schönen Abend mit all den Leuten, die wir gerne haben. Gutes Essen und gute Getränke, nette Gespräche, tanzen, lustige Fotos mit der Fotobox. Das reicht uns völlig. 

Dadurch sind wir zeitlich echt gut dabei. Letztes Wochenende hat Tommy in Roermond im Outlet auch zumindest schon mal ein Sakko gefunden und bei den Ringen bin ich auch ganz entspannt. Wir hätten uns beinahe für insgesamt 40 Euro silberne Ringe auf dem BYH gekauft ^^. Es gab dann nur nicht mehr unsere Größen. Entweder wir finden noch schöne, oder wir nehmen die beiden Partnerschaftsringe, die wir schon seit 10 Jahren tragen.

Ich habe schon so viele Dinge zum Thema Hochzeitsfeier gehört, die ich seltsam fand. Beispielsweise gibt es Leute, die erwarten offenbar, dass sie die Kosten von den Hochzeitsgästen wieder voll rein kriegen in Form der Geschenke. Am besten noch das Geld für ne Hochzeitsreise drauf. Ich mein, jeder wie er möchte, aber ich lade die Leute doch nicht ein, damit sie mir möglichst viel Geld schenken. Wir wünschen uns zwar auch Geld, aber nur weil uns sonst nichts einfällt, was wir uns gemeinsam wünschen könnten. Wenn jemand eine andere Idee hat, dann bin ich sehr gespannt. Und überhaupt: am meisten freue ich mich über Karten. Schöne Karten mit einem selbst geschriebenen Text oder einem süßen Spruch. Ich liebe Karten über alles. Also Leute: Falls ihr kommt, ein Geschenk brauch ich nicht, aber wehe ihr kommt ohne Karte :DDD

Oder auch das Thema Reden. Ich selbst habe den beiden Freundinnen, bei denen ich Trauzeugin sein darf/durfte direkt gesagt, dass ich alles (mit)mache, aber dass ich keine Rede halten kann. Ich kann es einfach nicht. Ich sage hundertmal "ähm" und verhasple mich und vermutlich weine ich dann auch noch und niemand würde mich verstehen. Zum Glück haben das auch die beiden Freundinnen sofort verstanden. So was ist doch nur schön, wenn derjenige da auch ein bisschen Lust drauf hat, oder? Ich erwarte von niemandem, dass er eine Rede für uns hält. Wenn das jemand gerne von sich aus machen möchte, dann darf er das gerne tun, aber ich bin die letzte die meint, die Trauzeugen oder der Vater der Braut muss unbedingt eine Rede halten. Es soll für alle ein schöner, entspannter Tag werden.
Wie sagte Yvonne letztens zu mir: "Erwarte nicht, dass es der schönste Tag deines Lebens wird."
Genau das ist vermutlich der Punkt. Ich freue mich drauf, aber so überladene Erwartungen darf man einfach nicht haben. Wie soll ein einzelner Tag denn auch diesem Anspruch gerecht werden? ;)
Der Tag wird so rucki zucki vorbei sein, dass ich wahrscheinlich gar nicht weiß, wie mir geschieht.

Genau deswegen kämpfe ich momentan auch dafür, dass die ganze Geschichte nicht doch wieder größer wird, als anfangs gedacht. Mama würde zum Beispiel am liebsten nach dem Standesamt noch irgendwohin und dort dann anstoßen und ein Häppchen essen. Find ich auch grundsätzlich eine süße Idee, aber das muss aber auch wieder organisiert werden, die Leute müssen dahin etc. Und dann dauert es auch wieder so lange.
Wir bleiben nun dabei, dass wir nach dem Standesamt einen Sekt trinken. Direkt vor Ort. Ich weiß, dass ein oder zwei Arbeitskollegen und eine Freundin meiner Mama noch dazu kommen wird, aber sehr viel mehr werden es dann vormittags ja gar nicht mehr werden, da ja abends alle kommen. Und dann reicht ein Sekt am Standesamt völlig aus :).

Mal abgesehen davon, dass sicher noch genug Kleinigkeiten kommen, die ich noch gar nicht auf dem Schirm habe. Letztens fiel mir zum Beispiel auf, dass wir zwar einen Termin beim Standesamt haben, ich aber keinerlei Infos über den Ablauf habe. Also müssen wir uns irgendwie um Musik kümmern oder so? Ich werde da also demnächst nochmal anrufen.

Ich hoffe nun einfach, dass die Sachen, die ich noch selbst machen will, so klappen wie ich mir das vorstelle. Und natürlich dass dann jeder einen schönen Abend hat und dass ich mit jedem ein bisschen quatschen kann. Ich rechne von vorneherein damit, dass es für uns sehr aufregend wird und dass ich viel zu wenig Zeit haben werde für jeden. Ein bisschen Realismus kann doch nicht schaden. Aber all unsere Lieben ein bisschen aufgehübscht und mit guter Laune unter einem Dach.....das wird schon toll. Und dann die Kids, die eingeladen sind, in schicken Klamottis <3 Das wird bestimmt süß.

Die Aufregung steigt und ich bin gespannt, wie es wird. Von den ganzen Basteleien, die ich noch so mache, berichte ich natürlich beizeiten gerne.

Wie seht ihr das denn so? Wünscht ihr euch schon seit dem Kindergarten eine Märchenhochzeit? Oder lieber zu zweit auf Hawaii? Und wenn ihr schon geheiratet habt, was lief gut, was schlecht? Was würdet ihr im Nachhinein weglassen? Erzählt mal :)

Montag, 7. August 2017

Swing Time - Zadie Smith

Klappentext:
Zwei Mädchen lernen sich beim Tanzen kennen, fortan sind sie unzertrennlich. Die eine hat Talent und die andere hat Ideen: über Rhythmus und Zeit, über schwarze Haut und schwarze Musik, über Stammeszugehörigkeit, Milieu, Bildung und Chancenungleichheit.
Als sich die beiden Mädchen zum ersten Mal begegnen, fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen. Die gleiche Leidenschaft fürs Tanzen und für Musicals verbindet sie, doch auch derselbe Londoner Vorort und die Hautfarbe. Ihre Wege trennen sich, als Tracey tatsächlich Tänzerin wird und erste Rollen in Musicals bekommt. Ihre Freundin wiederum jettet als Assistentin der berühmten Sängerin Aimee um die Welt. Als Aimee in Afrika eine Schule gründen will, reist sie ihr voraus und lässt sich durch das Land, in dem ihre Wurzeln liegen, verzaubern und aus dem Rhythmus bringen.
Dieser grandiose Roman von Zadie Smith, der in den USA und in Großbritannien von Presse und Publikum gefeiert wird, erzählt am Beispiel zweier Freundinnen vom Siegen und Scheitern, vom Beginnen und Enden.


Meine Meinung: Puh, an diesem Buch habe ich lange gelesen. Vorablesen musste mich sogar an meine Rezension erinnern, das passiert eher selten. Dabei war das Buch an sich gar nicht langweilig. Es ist einfach kein Buch, das man einfach mal so weg liest. Der Klappentext lässt es schon erahnen und beim Lesen merkt man es noch mehr: In dem Buch steckt viel drin. Viele Gedanken, viele unterschiedliche Themen. Daher habe ich meine Zeit dafür gebraucht.


Als ich den Klappentext und die Leseprobe gelesen habe, dachte ich, es geht vor allem um Freundschaft und darum, wie es ist, wenn einer erfolgreich wird und der andere nicht. Ich dachte, Tracey gelingt der große Coup und ihrer Freundin (die im ganzen Buch keinen Namen hat) eben nicht, sie bleibt zurück und lebt ein Leben im Schatten. Das stimmt so aber gar nicht.
Beide Freundinnen leben sich irgendwann auseinander und jede geht ihren ganz eigenen Lebensweg. Von Tracey bekommt man auch nur am Anfang viel mit, je weiter das Buch voran schreitet, desto mehr steht ihre Freundin (die auch die Geschichte erzählt) im Vordergrund.
Zwar denkt sie immer wieder an die Freundschaft zurück und auch an die kleinen Verletzungen, die man sich wohl automatisch zufügt, wenn man seit Kindheit eng befreundet ist, doch es geht auch um so viel mehr. Es geht um die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter (die übrigens für mich die interessanteste Figur im Buch war), um das Leben mit einem Popstar, um die Kulturunterschiede zwischen London und Afrika und zwischen Schwarz und Weiß. Um schwierige Teenager-Jahre, um Entwicklungshilfe. Und es geht viel um Tanz und Ausdruck. Davon habe ich nur bedingt Ahnung, das hat aber beim Lesen nicht viel geschadet. Nur die ganzen alten Tanzfilme, von denen die Rede ist, die würde ich schon gerne kennen. Aber ich betrachte es mal als Anregung ;).
Im weiteren Verlauf des Buches geht es vor allem um menschliche Beziehungen im Allgemeinen. Wie viel muss ich tun, um eine stabile Beziehung aufrechtzuerhalten und wie viel kann ich aber auch sein lassen, damit ich mich selbst im Auge behalte. Es geht um Enttäuschungen und Verzeihen, um Ablehnung und Akzeptanz.


Sehr sympathisch war mir nur die Hauptfigur. Gnadenlos ehrlich und pragmatisch. Das hat mir gut gefallen.


Romantik war mir schleierhaft: Sie erforderte etwas wie ein persönliches Mysterium, das ich mir nicht zulegen konnte und das mir auch bei anderen nicht gefiel. Ich konnte nicht so tun als wüchsen mir keine Haare an den Beinen, als würde mein Körper nicht diverse stinkende Substanzen absondern, als wären meine Füße nicht platt wie Pfannkuchen. Ich konnte nicht flirten und sah auch keinen Sinn darin. Ich hatte kein Problem damit, mich für Freunde hübsch zu machen, wenn wir zu einer College-Party gingen oder in einen Club nach London fuhren, aber in unserem Zimmer, unserem intimen Raum, konnte ich kein Mädchen mehr sein und erst recht nicht irgendjemandes Baby, ich war einfach nur ein Mensch weiblichen Geschlechts, und Sex, wie ich ihn verstand, fand zwischen Freunden , auf Augenhöhe statt, umrahmte das Gespräch wie Buchstützen die Bücher auf dem Regalbrett.


Familie und Freunde haben unglaublich viel Einfluss auf unser Leben. Das zeigt dieses Buch sehr beeindruckend und auch sehr niederschmetternd. Und unsere frühesten Freundschaften lassen uns wohl nie ganz los, genau so wie die erste große Liebe.


Das Ende hat mir unter diesem Gesichtspunkt gut gefallen. Es ist offen aber irgendwie auch nicht.
Wenn ihr mal den Kopf und die Zeit für ein wirklich tiefgründiges Buch habt, dann greift hier ruhig mal zu. Es ist allerdings insgesamt gesehen ein eher trauriges Buch. Zumindest habe ich es so empfunden. Nur damit ihr gewarnt seid.


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Hmm...nein ich glaube nicht. Auch wenn es eine interessante Leseerfahrung war, so hat es mich alles in allem ein bisschen deprimiert. Einmal reicht also.

Dienstag, 1. August 2017

Couchsurfing in Russland - Stephan Orth

Klappentext: Was ist Propaganda, was ist echt? Über keinen Teil der Erde ist die Informationslage verwirrender als über Russland. Da hilft nur: hinfahren und sich sein eigenes Bild machen. Zehn Wochen lang sucht Bestsellerautor Stephan Orth zwischen Moskau und Wladiwostok nach kleinen und großen Wahrheiten. Und entdeckt auf seiner Reise von Couch zu Couch ein Land, in dem sich hinter einer schroffen Fassade unendliche Herzlichkeit verbirgt.

Meine Meinung: Schon Couchsurfing im Iran hat mir ja wirklich sehr gut gefallen. Und meine Eltern haben mir dieses Buch an Ostern in die Hand gedrückt und haben mir eine riesige Freude damit gemacht. Der Untertitel allein kann ja nur neugierig machen. ich war sehr gespannt, ob Herr Orth mich zum Putin-Versteher machen würde. Um das schon mal vorweg zu nehmen: Nein, hat er nicht. Dennoch hat mir das Buch genau so gut gefallen, wie das erste.
Das liegt zum Einen an dem Autor selbst. Der ist mir nämlich über alle Maßen sympathisch. Ich mag die aufgeschlossene, neugierige und vorurteilsfreie Einstellung. Wie es der Klappentext selbst schon sagt, fährt Herr Orth einfach selbst an die Orte, über die wir anderen alle nur reden.
Er schreibt auf eine sehr bestimmte und humorvolle Art und kann über sich selbst lachen. Alles Eigenschaften, die ich super finde :) Und ein Bücherfan ist er auch noch. Top, der Mann!

Ich bin bekennender Billy-Regal-Voyeur, praktizierender Schrank-Analyst, heimlicher Buchrücken-Spion. Mir macht es große Freude, Spontan-Psychogramme von Menschen zu erstellen, die nur darauf basieren, welcher Lesestoff in ihrem Wohnzimmer steht. Das ist natürlich empörend unwissenschaftlich. Wer weiß, aus welchen Gründen die einzelnen Bücher dort gelandet sind. Doch es macht eben auch fürchterlichen Spaß.

Das mache ich auch gern. Genau so gerne analysiere ich die Einkäufe meiner Mitmenschen wenn ich an der Supermarkt-Kasse stehe. Ich versuche zu erraten, was aus den Sachen gekocht wird und gucke mir an, ob derjenige gesund lebt oder eher nicht. Macht das sonst noch jemand? :D

Zum anderen liegt das an der Reiseart. Ich finde Couchsurfing wirklich super interessant. Ich denke, dass das die beste Art ist, ein Land und die Leute authentisch kennen zu lernen. Für mich wäre das zwar trotzdem nichts, denn ich plane einfach zu gerne, fühle mich zu schnell störend und hätte auch ein wenig Angst, bei wildfremden Menschen zu schlafen, aber mir ist durchaus bewusst, dass ich mir dadurch sicher einige tolle Erfahrungen durch die Lappen gehen lasse. Manchmal muss ich schon sehr schmunzeln, wenn ich die Berichte von Herrn Orth lese. In Russland hat er z.B. bei einem Russen übernachtet, der so viele Regeln schon vor der Ankunft aufstellt, dass man Stunden braucht, um sich die Merkblätter durchzulesen. Und der auch nur die Leute bei sich aufnimmt, die eine in seinen Augen lustige, schlaue Bewerbung schreiben. Oder die junge Frau, die Stephan Orth während seines Aufenthalts bei sich schlafen lässt und die auf die Frage, ob sie als Frau keine Angst hat, fremde Männer bei sich aufzunehmen, eine überraschend toughe Antwort hat. Oder der 2. Weltkrieg-Fan, der Stephan Orth zu Kriegsdenkmälern schleppt....
Sehr kuriose Gestalten, die das Reisen sicherlich spannend machen.

Außerdem bin ich Geschichtensammler und so neugierig auf immer neue Begegnungen, dass ich noch nie im Leben Heimweh hatte. Warum auch? Es ist einfach zu spannend, wer hinter der nächsten Haustür wartet.

Zu guter Letzt sind es natürlich auch die Erlebnisse selbst. Herr Orth fährt nicht einfach nur zum Roten Platz in Moskau oder zur Eremitage in St. Petersburg, geht anschließend in einem Restaurant essen und macht Fotos davon. Er hört sich an, was die Leute zu erzählen haben, bei denen er übernachtet. Er fährt mit ihnen zu Lieblingsplätzen oder auch zu seltsamen Orten. Das Buch beginnt z.B. an der Diamantenmine Mir. Klingt erst mal spannend, ist aber einfach nur ein riesiger, hässlicher Krater. Die Mine wurde still gelegt, weil sie, wenn sie noch größer und tiefer geworden wäre, die anliegende Stadt verschluckt hätte. Nicht schön, aber selten.
Genau so interessant fand ich den mehrtägigen Ausflug von Stephan mit einer russischen Bekannten in die russische Pampa. Oder den Besuch auf der Krim, der besonders durch die politischen Auseinandersetzungen in den letzten Jahren sehr brisant ist.

Ihr seht, es gibt jede Menge Gründe, das Buch zu lesen. Ich muss gestehen, dass es meine Reiselust auf Russland nicht wirklich verstärkt hat. Die Menschen, die Stephan Orth dort kennen lernt, finde ich fast alle sympathisch, aber das Land ist mir zu korrupt, zu sehr von Kriegsfanatismus geprägt. Viele der Leute, die Orth besucht hat, haben auch schon ein bisschen resigniert.

"Wofür steht Russland?"
"Wenn ich das wüsste.", sagt Sascha. "Unsere Großeltern hatten den Krieg. Unsere Eltern hatten den Kommunismus. Sie hatten eine Idee, etwas, das ihrem Leben einen Sinn gab. Doch was haben wir?"

Und diese Putin-Verehrung wurde mir auch durch die Lektüre keinesfalls klarer. Es mag sein, dass er einigen Russen so etwas die Vaterlands-Stolz zurück gegeben hat, aber zu welchem Preis?
Nein es tut mir leid, aber hier ist es wie mit der Türkei. Gerne schaue ich mir das Land irgendwann mal an, aber dafür muss sich in der Führungsriege und in den Köpfen erst noch Einiges ändern. Und ich fürchte, das kann dauern. Ich habe einfach ein anderes Verständnis von Demokratie und Freiheit.

Interessant ist das Buch aber gerade deshalb sehr und ich freue mich über jeden, der es liest und mit dem ich danach drüber sprechen kann. Also nix wie hin, in die Buchhandlung eures Vertrauens.

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Ja.

Freitag, 28. Juli 2017

Das Flüstern der Nacht - Peter V. Brett



Klappentext: Die Menschheit ist gefangen in der Furcht vor den Dämonen der Dunkelheit. Nur der junge Arlen beschließt, sich mit magischen Siegeln den finsteren Wesen entgegenzustellen, und wird schon bald zu einer Legende. Als plötzlich aus dem Süden ein zweiter Befreier der Menschen auftaucht, droht alles in Chaos zu versinken. Doch Arlen hält fest an seiner Hoffnung auf das Ende der Nacht …

Meine Meinung: Die Fortsetzung von Das Lied der Dunkelheit. Nachdem ich so eine Freude daran hatte, den ersten Teil nochmal zu lesen, habe ich mir direkt danach auch Band zwei aus dem Regal gezogen. Band zwei steht dem ersten Teil nämlich in nichts nach.
Brett versteht sich sehr gut darauf, die Geschichte durch verschiedenen Erzählperspektiven seiner Figuren spannend zu machen.  Während wir in Band eins ausschließlich Arlens Sicht auf Krasia und die Erlebnisse dort erhalten, beginnt Band zwei mit der Erzählung aus Jardirs Sicht. Man erlebt mit ihm seinen Aufstieg zum Shah Darma Ka und seinen Verrat an Arlen. Man weiß also grundsätzlich schon, was passiert, aber durch die andere Sichtweise bekommt das Geschehene eine völlig neue Tiefe.
Im folgenden Verlauf treffen wir alte Bekannte (allen voran natürlich Leesha und Rojer) wieder und auch mit Renna Gerber gibt es ein Wiedersehen, die in Band eins eine eher nebensächliche Rolle gespielt hat.
Doch das ändert sich nun, denn sie wird Arlens Reisegefährtin. Auch ihre Geschichte wird von Anfang an erzählt und sie hat mich sehr berührt. Für mich ist Renna eine sehr starke Figur. Ich bin gespannt, wohin es mit ihr noch gehen wird.
Arlen trifft außerdem in Miln auf seine Vergangenheit und muss sich mit ihr auseinander setzen.

Doch am spannendsten ist der Einzug der Krasianer in das Tal der Holzfäller, ausgerechnet während Arlens Abwesenheit. Hier prallen zwei Kulturen aufeinander und die Gefahr, dass man sich untereinander bekämpft, statt zusammen gegen die Dämonen, schwebt stets wie ein Damoklesschwert über allem.
Das wird nicht zuletzt durch die letzten Seiten klar, als Arlen und Renna auf einen höchst ungewöhnlichen, mächtigen Dämon treffen. Einer, der anders ist, als die meisten anderen Dämonen...

Es wird immer deutlicher, dass ein großer Krieg bevor steht. Doch ob Jardir und Arlen begreifen können, dass sie nicht gegeneinander sondern gemeinsam kämpfen müssen? Und wie geht es mit den vielen anderen Figuren weiter? Mit Leesha, Inevera, Abban und Rojer?

Und wie wird das Aufeinandertreffen von Arlen und Jardir nach so langer Zeit verlaufen? Viele Fragen bleiben weiterhin offen und die Spannung lässt nicht nach.

Ich freue mich schon sehr darauf, den dritten Band zu lesen (bzw. bin ich schon dabei :D).

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Jederzeit wieder!

Donnerstag, 27. Juli 2017

Owlcrate Box Juni 2017 - Make it out alive

Meine Damen und Herren,

sehen sie hier die Juni Box von Owlcrate. Dieses Mal eröffne ich mit dem Gesamtbild, weil ich es liebe, wie diesen Monat farblich alles zusammen passt :D


Sieht gut aus, oder? ;)
Und jetzt gehen wir mal in die Details.


Es gab eine Badebombe von Fizzy Fairy Apothecary inspiriert von der Divergent Reihe. Davon habe ich nur den ersten Teil gelesen, aber den fand ich ziemlich gut. Hab nur noch nicht weiter gelesen, weil ich gehört habe, dass das Ende so schrecklich sein soll ^^. Jedenfalls riecht die Badebombe sehr gut und sprudelt genau so toll wie die von Lush. Sie riecht nach grünen Äpfeln und in der Mitte ist ein kleines Schmuckstück versteckt. Es gibt verschiedene, bei mir war eine Waage drin. Ich weiß leider nicht mehr, was das mit Divergent zu tun hat, ist wohl zu lange her :D.
Daneben seht ihr einen Magnet von Little Inklings Design. Der Spruch stammt aus dem Buch An amber in the ashes von Sabaa Tahir und das steht ganz oben auf meiner To Read Liste! Er ziert jetzt unseren Kühlschrank und ich mag ihn sehr.


Das lustigste Item aus der Box war dieses Mal sicherlich die Zombie-Schlafmaske von Archie McPhee. Sie sieht echt lustig aus, wenn man sie an hat und dort gibt es noch jede Menge andere amüsante Dinge (oder sagen wir mal: bescheuerte Dinge :D Das ist der seltsamste Onlineshop, den ich je gesehen habe!). Passt sehr gut zum Thema, oder? Hihi.
Der Aufnäher daneben ist von Laserbrain Patch Co. und ist an das Buch The Giver angelehnt. Kenn ich nicht, habe aber kurz gegooglet und offenbar wurde dieses Buch auch schon mit dem deutschen Titel Hüter der Erinnerung verfilmt. Die Story klingt echt interessant und wenn man weiß, worum es geht, passt der Aufnäher auch ziemlich gut zum Thema. Auf meinem Armee-Rucksack ist noch jede Menge Platz und ich werde ihn demnächst darauf anbringen. Er ist eine schöne Erinnerung daran, dass eine Welt ohne Gefühle einfach nur grau wäre. Das Buch werde ich sicherlich auch lesen.


Natürlich gibt es auch diesen Monat wieder die Monatskarte mit dem passenden Button. Ich merke immer mehr, dass ich due Buttons doof finde. Die Ausschnitte aus der Karte sehen darauf meistens nichtssagend aus und die Buttons machen wenn überhaupt nur Sinn für die Leute, die das Thema der Box kennen. Jeder andere würde draufschauen und sich fragen, was die Person einem mit diesem Button sagen möchte. Hoffentlich ändern die Damen und Herren das bald.
Die Karte gefällt mir dafür richtig gut.

 
Richtig gefreut habe ich mich dieses Mal darüber, dass zwei richtige Bücher in der Box waren. Zum Einen New World Rising von Jennifer Wilson und zum anderen The Sandcastle Empire von Kayla Olson.
Klappentext zu New World Rising:
Since witnessing her parents' murders at the age of eleven, Phoenix's only purpose in life has been to uphold her mother's dying words- to be strong and survive. But surviving outside of The Walls- outside of The Sanctuary- is more like a drawn-out death sentence. A cruel and ruthless city, Tartarus is run by the Tribes whose motto is simple, "Join or die." Refusing to join and determined to live, Phoenix fights to survive in this savage world. But who can she trust, when no one can be trusted? Not even herself.

Klappentext zu The Sandcastle Empire:
Before the war, Eden’s life was easy. Then the revolution happened, and everything changed.
Now a powerful group called the Wolfpack controls the earth and its resources. And even though Eden has lost everything to them, she refuses to die by their hands. She knows the coordinates to the only neutral ground left in the world, a place called Sanctuary Island, and she is desperate to escape to its shores.
Eden finally reaches the island and meets others resistant to the Wolves. But the solace is short-lived when one of Eden’s new friends goes missing. Braving the jungle in search of their lost ally, they quickly discover Sanctuary is filled with lethal traps and an enemy they never expected.
This island might be deadlier than the world Eden left behind, but surviving it is the only thing that stands between her and freedom.

Beide Bücher klingen für mich sehr spannend und ich freue mich sehr drauf.
The Sandcastle Empire kam übrigens auch wieder mit einem exklusiven Cover, das Owlcrate-Empfänger bekommen. Ich finde die Idee immer noch grandios. <3


Und noch schnell die Vorschau für das Thema im Juli: Wanderlust.
Tolles Thema. Sehr vielseitig. Und für mich spätestens nach unserem Schottland Trip auch persönlich spannend. Wer träumt nicht von der großen weiten Welt. Bin sehr gespannt, was da als Buch mitgeschickt wird.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Gebrauchsanweisung für Schottland - Heinz Ohff

Klappentext: Schottland ist nicht England. Diese ebenso banale wie folgenschwere Erkenntnis, so empfiehlt Heinz Ohff, sollte am Anfang einer Reise ins Land der »Scots« stehen. Jenseits von Kilts, Dudelsack und Loch Ness haben die Kelten und eine stürmische Geschichte ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen: in einer eigenen Sprache, einer eigenen Kultur, einer eigenen Rechtsprechung und einer eigenen Kirche. Dass Schottland auch ein eigenes Wetter hat, erfährt der Reisende am eigenen Leib. Aber schließlich gibt es ja noch den erstklassigen Whisky und die schönsten Golfplätze der Welt, ganz zu schweigen von der Landschaft gewordenen Poesie ...

Meine Meinung: Die weltbeste Michaela hat mir schon vor einiger Zeit dieses herrliche Büchlein geschenkt. Von meinen Schottland-Träumen weiß sie ja schon lang und dementsprechend hatte sie mir damit eine riesige Freude gemacht. Ich hatte das Buch damals direkt gelesen und vor dem Schottland-Urlaub im Mai wollte ich es erneut lesen, als Vorbereitung quasi. Natürlich habe ich mit der Rezension bis nach dem Urlaub gewartet, denn so ein Buch kann man erst richtig beurteilen, wenn man das entsprechende Land auch wirklich bereist hat, oder?
Und im Nachhinein kann ich euch sagen: Wenn ihr nach Schottland wollt, dann kauft euch dieses Buch. Es ist wirklich in vielerlei Hinsicht hilfreich. Zum Einen merkt man dem Autor an, dass er Schottland wirklich liebt und gut kennt, zum Anderen liefert es tolle kleine Insidertipps.
Es ist eine gelungene Mischung aus Anekdoten, Fakten und Ausflugstipps. Man lernt also etwas, kann schmunzeln und bekommt Anregungen.
Es gab viele Stellen im Buch, die mir sehr gut gefallen haben. Zum Beispiel berichtet Herr Ohff zu Beginn ein bisschen über die Rivalität zwischen England und Schottland oder auch, weshalb er überhaupt so ein Schottland-Liebhaber geworden ist. Er vergleicht Städte wie Edinburgh und Glasgow oder Aberdeen und Dundee und man bekommt einen Eindruck, welche Stadt einem eventuell am reizvollsten erscheinen könnte.


Unterteilt ist das Buch in themenbezogene Kapitel. Es gibt eines über Whisky, eines über Golf, eines über den Kilt und und und. Es gibt wichtige Hinweise, wie zum Beispiel dass jede schottische Bank ihre eigenen Scheine hat oder dass man in einem Pub gut und gerne mal zu einem "Wee Dram" eingeladen wird - ein kleines Pinnchen Whisky - und dass man besser nicht ablehnt, denn sonst ist der Schotte tödlich beleidigt. Es gibt Berichte über den schottischen Straßenverkehr und über die Vergebung der Nachnamen und über das Lieblingsfrühstück der Schotten - Porridge. Ich selbst habe den Haferbrei auch lieben gelernt, allerdings esse ich ihn nicht gerne typisch nur mit einer Prise Salz, sondern habe gerne etwas Obst und ne Prise Zimt drin. Dennoch ein guter Start in den Tag.


Besonders gefreut habe ich mich dann während des Urlaubs, wenn ich Dinge wieder erkannt, anwenden oder verstehen konnte. Ich konnte zum Beispiel direkt erklären, wie wir am besten in die schottischen, mehrspurigen Kreisverkehre reinfahren.
Zudem sind wir in die genau die Destillerie gefahren, die Ohff in dem Buch empfiehlt: Gled Ord.
Und dort hat uns die nette Dame, die die Führung gemacht hat, am Ende zu einem Wee Dram eingeladen und ich war ganz aus dem Häuschen, dass ich sofort wusste, was sie meint.
Hihi.
Ihr seht also: Ich kann dieses Buch vor und während des ersten Schottland-Urlaubes wirklich sehr empfehlen!


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Ja. Es wird in Schottland immer im Reisegepäck sein.


Und da es thematisch grade so gut passt und ich es ja sowieso noch vor hatte: Hier kommen noch eine Ergänzungen zum Thema Schottland, die in dem Buch eventuell noch fehlen und die uns aufgefallen sind. Entweder weil sie uns besonders kurios, witzig, typisch für das Land oder einfach wissenswert erschienen. Eine lose Sammlung an Schottland- Hinweisen quasi. :)


1. Im Tesco bei uns in der Nähe konnte man Hackfleisch nach dem Fettgehalt aussuchen (5 %, 15 %).
2. In Schottland führen Straßen teilweise mitten durch Golfplätze. Für Autofahrer steht dann ein Schild an der Straße "Beware of flying golfballs for the next ... miles."
3. Und das sind nicht die einzigen kuriosen Straßenschilder dort. Es gibt auch Schilder, die auf eine "weak bridge" oder auf "Otters 2 miles ahead" hinweisen <3
4. Die Schotten lieben Blumen und Gärten. Das ist also nicht nur ein Klischee. Überall gibt es liebevoll gestaltete Gartencenter und vor allem eben auch Gärten. Viele Schlösser werben mit ihrem schönen Garten und unsere Vermieterin hat jeden Tag im Garten gewerkelt und hat so viele noch nicht gepflanzte Blumen vor ihrer Tür stehen, dass schon mal jemand bei ihr angehalten hat und gefragt hat, ob das hier ein Blumenhandel wäre. Hihi.
5. Die Schotten lieben außerdem ihre Kreisverkehre. Manchmal fährt man innerhalb von 2 Kilometern durch 5 Kreisverkehre (z.B. in Elgin). Grundsätzlich finde ich Kreisverkehre gut und sinnvoll, aber in der Menge haben sie uns manchmal genervt :D
6. Saft gibt es hier fast nur in Konzentrat-Form. Als wir das erste mal einen eher gedankenlos aus dem Regal gegriffenen Saft zum Frühstück trinken wollten, hätten wir ihn beide fast wieder ausgespuckt. Wir sind hier normalen Saft gewöhnt und haben nicht drauf geachtet, dass wir ihn in Schottland hätten verdünnen müssen. Beim nächsten Einkauf haben wir dann genauer hingesehen und auch den 100 %tigen Saft von Innocent entdeckt. Man muss aber wirklich suchen.
7. In Schottland wächst überall leuchtend gelber Ginster. Schon beim Landeanflug stach er uns ins Auge. Und er riecht sehr süß nach einer Mischung aus Vanille und Kokos. Diesen Duft werde ich immer mit Schottland verbinden.
8. Wir waren zur Hauptreisezeit dort und dennoch war es fast nie irgendwo voll. Bei den Fairy Pools auf Skye gab es ein bisschen Parkplatzmangel, aber ansonsten mussten wir nie irgendwo anstehen oder uns eine Attraktion mit vielen Touristen teilen. Das habe ich als wahnsinnig angenehm empfunden.
9. Das überrascht jetzt vermutlich niemanden, aber es gibt viel mehr Natur und man sieht viel mehr Tiere in freier Wildbahn dort. Vor allem bei Vögeln ist uns das aufgefallen. In unserem Garten hat es wirklich von morgens bis abends gezwitschert und geträllert. Hier in Bochum höre ich fast nur noch Tauben.

Dienstag, 25. Juli 2017

Owlcrate Box Mai 2017 - Comic Explosion


Ich hole langsam wieder auf mit der Buchbox-Vorstellung. Jetzt bin ich schon bei Mai angekommen. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, sie noch vor unserem Schottland-Urlaub zu bekommen und habe mir schon mega Stress gemacht mit der Vollmacht vorab, damit jemand die Box ggf. von der Poststelle abholen kann und dann kam sie doch noch am Freitag vor dem Abflug.
Das Thema lautete "Comic Explosion". 
Hab ich nicht letztens noch erzählt, wie fasziniert ich von den ganzen Duftkerzen-Labels bin, die ich durch Owlcrate kennen lerne? Hier kam schon direkt das nächste: Dio Candle Company. Was ein hochtrabender Name ;) Im Gegensatz zu den letzten Kerzen aus den Boxen riecht diese hier fruchtig-frisch nach Waldbeeren. Eine schöne Abwechslung, die auch gut zur Jahreszeit passt. Wie ihr seht habe ich die auch direkt eingeweiht, obwohl ich die Wonderwoman-Comics nicht kenne. Ich kann nicht sagen, dass mich das gar nicht interessiert, aber es gibt einfach hundert Bücher, die mich mehr reizen. Deswegen warte ich hier nicht mit dem Anzünden. Und sie riecht wirklich fantastisch!
Auf dem Bild links seht ihr außerdem noch Kaffee-Bonbons von Käfe Candy. Ich hab sie direkt in meinen Rucksack für Schottland gesteckt, weil ich dachte, dass so ein bisschen Koffein auf der Reise sicher nicht schaden kann. Leider schmecken sie mir gar nicht. Zu süß und ...naja...einfach zu viel Kaffee :D Aber für Kaffee-Junkies ist das sicherlich nicht schlecht für unterwegs.


Ein zum Thema passend designter Kugelschreiber von Ooly war außerdem in der Box. Und nicht nur ein einfacher Kugelschreiber, sondern einer mit sechs verschieden farbigen Minen. Kennt ihr sicherlich auch noch aus der Schulzeit oder? Das find ich ganz cool. Ich schreibe ja gerne alles mögliche auf und wenn ich so gleich sechs verschiedene Farben dabei habe, ist das praktisch. Auf dem Foto seht ihr außerdem den allmonatlichen Button (der mir nicht so gut gefällt mit diesem Comic-Ausschnitt, aber immerhin zum Thema passt) und außerdem einen Reißverschluss-Zipper, ebenfalls von Owlcrate selbst designt, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Idee find ich richtig cool, zu meiner Garderobe passt er allerdings so gar nicht. Vielleicht verschenke ich ihn :).



Auf dem nächsten Bild seht ihr einen Comic Sampler von Image Comics zu dem Comic AFAR. Ich habe noch nicht reingelesen, aber die Zeichnungen gefallen mir schon mal gut. Daneben seht ihr den Kunstdruck, den Owlcrate passend zum Buch aus dieser Box ausgesucht hat. Gefällt mir ziemlich gut. Auch hier passt natürlich beides super zum Thema.


Und als letztes Beiwerk vor dem eigentlichen Star der Box zeige ich euch noch die Funko-Figur. Dieses Mal waren selbstredend nur Comic-Helden in den Boxen und ich habe Loki abbekommen. Ich kenne weder Thor-Comics noch die Filme, daher musste ich mir erst mal von Babs erklären lassen, wer das ist ^^. Sie hat den hübschen Kerl dann auch bekommen, denn ich kenne die Figur wie gesagt gar nicht. Und so bekommt sie ein schönes, neues Zuhause <3.

 

Das Buch zum Thema war diesen Monat Eliza and her Monsters. Gehört habe ich bislang weder von dem Buch noch von der Autorin, aber der Klappentext klingt großartig:

Eighteen-year-old Eliza Mirk is the anonymous creator of Monstrous Sea, a wildly popular webcomic, but when a new boy at school tempts her to live a life offline, everything she’s worked for begins to crumble.
In the real world, Eliza Mirk is shy, weird, smart, and friendless. Online, Eliza is LadyConstellation, the anonymous creator of a popular webcomic called Monstrous Sea. With millions of followers and fans throughout the world, Eliza’s persona is popular. Eliza can’t imagine enjoying the real world as much as she loves her digital community. Then Wallace Warland transfers to her school, and Eliza begins to wonder if a life offline might be worthwhile. But when Eliza’s secret is accidentally shared with the world, everything she’s built—her story, her relationship with Wallace, and even her sanity—begins to fall apart.

Klingt sehr emotional, ich bin wirklich gespannt und teile euch meine Meinung natürlich mit. Momentan bin ich beim Dezember-Buch :D Dauert also noch.
Das Cover ist wie beim letzten Mal schon (und wird auch die kommenden Monate so sein) exklusiv nur für Owlcrate Abonnenten. Auf dem Original Cover sind die beiden Comicfiguren auf der Hand anders dargestellt. Könnt ihr ja mal googlen wenn es euch interessiert. Ich mag die Idee einfach total, dass ich quasi eine besondere Ausgabe besitze, die es im Laden so nie zu kaufen geben wird.


Hier übrigens noch die Monatskarte und die Vorschau-Karte für den Monat Juni. Make it out alive klingt nach einem spannenden Thema und verspricht laut Owlcrate eine Dystopie à la Tribute von Panem. Mochte ich sehr, also freu ich mich!


Und zu guter Letzt noch das Bild des gesamten Inhalts. Für mich persönlich eine durchwachsene Box, da ich nicht alle Sachen für mich gebrauchen kann, aber das Buch und die Kerze finde ich dafür besonders klasse.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Das Lied der Dunkelheit - Peter V. Brett






Klappentext: "Weit ist die Welt - und dunkel."
… und in der Dunkelheit lauert die Gefahr. Das muss der junge Arlen auf bittere Weise selbst erfahren. Schon seit Jahrhunderten haben Dämonen, die sich des Nachts aus den Schatten erheben, die Menschheit zurückgedrängt. Das einzige Mittel, mit dem die Menschen ihre Angriffe abwehren können, sind die magischen Runenzeichen. Als Arlens Mutter bei solch einem Dämonenangriff umkommt, flieht er aus seinem Heimatdorf. Er will nach Menschen suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben und das Geheimnis um die alten Kriegsrunen noch nicht vergessen haben. 



Meine Meinung: Vor Jahren habe ich dieses wunderbare Buch schon mal gelesen und letztens hatte ich wieder total Lust auf die darauf, zumal ich viele Details schon vergessen hatte.
Also ran an den Speck und innerhalb weniger Tage war der Wälzer auch wieder durchgelesen.
Wisst ihr, in letzter Zeit rege ich mich wieder leidenschaftlich darüber auf, wenn Teil 8 von Fast and the Furious oder die dritte neue Verfilmung von Spiderman in die Kinos kommt. In der Regel sind diese Filme enttäuschend und haben wenig Handlung und leben nur noch vom bekannten Namen. Parallel dazu stehen Millionen genialer Geschichten in den Buchhandlungen, die großartige Filme abgeben würden. Dieses Buch hier gehört zu dieser Kategorie. Wenn man es richtig macht, dann könnte hieraus genau so eine komplexe Welt entstehen wie bei Herr der Ringe oder Harry Potter.
Dieses Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes episch.
Es ist ein Fantasyroman, der vom Schauplatz am ehesten mit dem Mittelalter vergleichbar ist. Der Fantasy-Aspekt wird durch die Dämonen hineingebracht, die jede Nacht Jagd auf Menschen machen und die nur mit Siegeln bekämpft werden können.
Die Geschichte unterteilt sich in drei Erzählstränge, die von Arlen, Leesha und Rojer berichten. Jeder macht seine eigenen Erfahrungen mit den brutalen Dämonen und jede Geschichte bewegt. Der Autor schafft es auf sehr einfühlsame Weise, das Erwachsenwerden der die zu schildern, sodass einem jede der drei Figuren sehr ans Herz wächst.
Generell hat er ein Händchen für Figuren, ähnlich wie Joanne K. Rowling, denn auch die ganzen Nebenfiguren sind toll.
Am interessantesten ist Arlen, denn seine Entwicklung ist am extremsten. Vor allem mit seiner Geschichte wird der Spannungsbogen immer mehr gesteigert, sodass das Buch wirklich immer spannender wird und in einem würdigen Finale endet.
Eigentlich sogar mit einem echten Cliffhanger. Aber das ist nicht so tragisch, denn die Folgebände sind ja ebenfalls schon erschienen.


Ich kann diese Bücher wirklich jedem Fantasy-Fan wärmstens ans Herz legen und hoffe, dass die immer wieder aufkommenden Gerüchte über eine mögliche Verfilmung stimmen.


Der Titel ist mehr als passend und bezieht sich für mich vor allem auf Rojer und seine besondere Gabe. Ebenso gefällt mir die Covergestaltung. Man sieht einen Siegel- bzw. Bannkreis um den Titel und der verhüllte Mann ist sicher Arlen. Sehr stimmungsvoll :)


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Wie ihr gelesen habt, ist das bereits ein "Re-Reading" ;)

Dienstag, 18. Juli 2017

Fangirl - Rainbow Rowell

Klappentext: Die Zwillinge Cath und Wren sind unzertrennlich, bis Wren beschließt, dass ihr Jungen und Partys wichtiger sind als das gemeinsame College-Zimmer. Ein harter Schlag für Cath, die sich immer weiter in ihre Traumwelt zurückzieht: Beim Lesen und Schreiben von Fanfiction lebt sie ihre Vorstellungen von Liebesbeziehungen aus. Mit Erfolg – Tausende Leser folgen ihr. Doch als Cath dann Nick und Levi näher kennenlernt, muss sie sich fragen, ob sie nicht langsam bereit ist, ihr Herz echten Menschen zu öffnen und über Erfahrungen zu schreiben, die größer sind als ihre Fantasien. Ein mitreißendes Jugendbuch von Bestsellerautorin Rainbow Rowell über die erste Liebe – in der Fantasie und im echten Leben.


Meine Meinung: Dieses wunderschöne Exemplar habe ich bei Vorablesen gewonnen und seit Ewigkeiten ist das mal wieder ein Buch, was ich schon ohne Vorablesen auf dem Schirm hatte und unbedingt lesen wollte. Das Buch gibt es nämlich schon länger und die Autorin wird von den ganzen Mitgliedern der Owlcrate Gruppe sehr empfohlen und gefeiert. Von ihr ist auch Eleanor & Park, das ich ja auch unbedingt noch lesen möchte. Vorablesen hat passend zu dem Buch auch noch das Buch Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow verlost. Dieses Buch hat Rainbow Rowell nach Fangirl geschrieben und es enthält quasi die Geschichte, über die Cath in Fangirl ihre Fanfiction schreibt. Das finde ich einen genialen Schachzug der Autorin. Aber beide gewinnen geht ja sowieso nicht und vielleicht kaufe ich mir das Buch noch dazu irgendwann.
Jetzt erst mal zu Fangirl: Grundsätzlich ist es schon erst mal ein ziemlich normaler Teenie-Roman über die erste große Liebe, aber Rainbow Rowell hat mit Cath eine ganz besondere Figur erschaffen. Cath ist sehr introvertiert und viel schüchterner und unsicherer als viele Menschen ihres Alters. Und ich merke immer wieder, dass es viel mehr solcher Menschen gibt, als man denkt. Rainbow Rowell schafft hier einen Charakter, der zeigt, dass völlig in Ordnung und sehr liebenswert ist, wenn man nicht jedes Wochenende Party machen möchte, wenn man nicht gerne von vielen fremden Menschen umgeben ist, wenn man lieber liest, als neue Leute kennen zu lernen und eben auch wenn man sich manchmal in Traumwelten flüchtet um der Realität zu entfliehen. Sie gibt diesen Menschen einen Stimme und das war mir sehr sympathisch. Ich selbst habe mich in vielem bei Cath wieder gefunden, auch wenn ich andere Dinge wiederum gar nicht nachvollziehen konnte. Aber sie war mir sehr sympathisch. Sie ist mit vielen Bereichen ihres Lebens und des Erwachsenwerdens überfordert und wenn wir ehrlich sind, sind wir das doch alle mal. Wir geben es nur nicht gerne zu.
Es war spannend zu sehen, wie sie auf ihre Mitbewohnerin Reagan trifft, die das genaue Gegenteil von ihr ist. Und ebenso spannend ist ihr Konflikt mit ihrer Zwillingsschwester Wren.
Die Autorin hat mit Cath's Vater außerdem einen weiteren spannenden Charakter einfließen lassen, denn er ist teilweise manisch und Cath muss sich öfter um ihn kümmern als er sich um sie.
Alles in allem sind die Charaktere für mich spannender als die Geschichte, die plätschert manchmal schon ein bisschen seicht vor sich hin.
Dennoch ließ sich das Buch super lesen und ich bin gespannt auf die anderen Bücher der Autorin.


Der für mich einzige kleine Kritikpunkt war für mich, dass mir der Bezug zu Simon Snow gefehlt hat. Die Autorin lässt zwar immer wieder fiktive Ausschnitte in das Buch mit einfließen, aber da man als Leser die Geschichte nicht kennt ist man nicht so damit verbunden wie Cath. Allerdings hat man ja nun mit Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow die Gelegenheit dazu und ich habe mir einfach vorgestellt, es ginge um Harry Potter Fanfiction ;). Spätestens als es zur Buchparty des letzten Simon Snow Bandes ging, habe ich wehmütig an meine Mitternachts-Verkaufspartys zurück gedacht <3. Wenn man dieses Buch liest fühlt man sich endlich mal nicht mehr so nerdig, sondern richtig verstanden.


Der Titel passt natürlich perfekt zur Geschichte, denn Cath ist das ultimative Fangirl. Und das Cover dieser neuen Edition finde ich auch super, denn man sieht Cath an ihrem liebsten Platz: Ihrem Bett, wo sie ungestört lesen kann, und darüber ein Simon Snow Poster.


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Ja.

Montag, 10. Juli 2017

Ereignisreiche Zeiten

Seit unserem Schottland-Urlaub ist schon wieder so viel passiert, dass ich das Gefühl habe, es sei schon Jahre her. Zum Glück sind das meiste positive Dinge :)
Weil ich eigentlich von so vielen schönen Ereignissen bloggen will und es aber einfach nicht schaffe, mache ich hier mal wieder einen Kurzüberblick.

In der ersten Woche nach dem Urlaub haben wir einen Nachmittag auf Emma aufgepasst, damit Aylin sich ein mögliches Krankenhaus für die bevorstehende Geburt ansehen konnte. Es war richtig süß mit Emma. Es gab Salamibrot zum Abendessen und König der Löwen im TV ;) Ich liebe diesen Wuschelkopf!


Am Wochenende nach dem Urlaub habe ich bei meinen Eltern im Garten eine Babyparty für Julia ausgerichtet. Zusammen mit ein paar Mädels, meiner Mama und Maike haben wir ein Mitbringbuffet gemacht und (weil wir letztes Mal schon gefühlt alle Spiele gespielt haben) ein Spiel vorbereitet. Stadt Land Baby. Es war tolles Wetter, wir haben ein bisschen dekoriert und das Essen war soo lecker. Es gab Cake Pops, verschiedene Salate, Bowle, Frikadellen. Sehr köstlich. Ich liebe Mitbringbuffets.



Danach das Wochenende war ja für mich ein schönes, langes weil ich von Donnerstag bis Sonntag frei hatte. Meine Eltern sind weggefahren und wir waren mit Maike unter anderem auf dem Wikingerfest am Kemnader See und haben unseren neuen Gasgrill für den Balkon eingeweiht. Und in Seppenrade auf dem Rosenfest waren wir auch.


In der Woche darauf wurden dann unserer Kennzeichen geklaut. Nicht dramatisch, aber auch nicht schön, diese Rennerei. Kostet gut 100 Euro (und fällt bei uns auch leider unter die Teilkasko-Selbstbeteiligung) und man hat jede Menge Rennerei zur Polizei und zum Verkehrsamt und und und.
Muss ich nicht nochmal haben.


Am 30.06. hat Aylin dann ihre Kleine auf die Welt gebracht. Man war ich mit aufgeregt als ich gelesen habe, dass die Wehen losgingen. Es ist aber alles gut gegangen und am Sonntag durfte ich dann auch mal kurz vorbei schauen. Ist ja auch immer eine Ehre. Es war zuckersüß und ich wünsche ihr, Dennis, Emma und der Kleinen nun eine wunderschöne Kennenlernzeit! Als ich Bilder von Emma und ihrer kleinen Schwester gesehen habe, musste ich echt ein paar Tränchen wegblinzeln. Es ist einfach toll, wenn gute Freundinnen, die man schon ewig kennt, eine Familie gründen bzw. vergrößern und glücklich sind <3
Für diesen Besuch war ich natürlich auch ein bisschen shoppen und neben einer Kleinigkeit fürs Baby gabs auch was für Einhornfan Emma:


An dem Wochenende waren wir auch nach viel zu langer Zeit mal wieder mit Babs und Sascha essen. Ich hatte Baseburger vorgeschlagen und da ich ja ein Händchen für "passende" Termine habe, war an dem Wochenende natürlich Stadtfest in Wattenscheid :D Zum Glück haben wir noch einen Parkplatz gefunden und das Essen war super lecker. Wie immer dort. Und mit Babs und Sascha konnten wir uns hochzeitsmäßig natürlich gut austauschen. Ein sehr schöner Abend war das.


Letzte Woche hatten wir dann Quartalsabschluss und dadurch, dass ich im Mai so lange Urlaub hatte und Ulli auch eine Woche weg war Ende Juni war es echt stressig. Ohne Ulli hätte ich das nicht geschafft. Nach der Arbeit war ich auch entsprechend k.o. dann. Aber zum Glück haben wir es hinbekommen. :)
Letzten Dienstag waren außerdem Viola, Julia und Maike zum Basteln bei uns. Ich habe nun alle Platzkärtchen fertig zusammen geklebt und auch schon die Namen halb gestempelt. Yeah. Außerdem war es zum Quatschen echt mal wieder nett.


Am Mittwoch hatte ich dann einen Termin beim Standesamt, um unsere Hochzeit anzumelden. Schon wieder 70 Euro los. Seufz. Aber immerhin hat alles gut geklappt und der Standesbeamte war super nett und witzig. Jetzt müssen wir überlegen, ob wir ein Stammbuch wollen....hat dazu jemand Meinungen? Die meisten im Bochumer Standesamt fand ich entgegen aller Beschreibungen jedenfalls schon mal sehr hübsch. 


Donnerstag war dann der Quartalsabschluss endlich geschafft und ich war so durch, dass ich es nicht mal mehr zu Bochum Total geschafft habe. Double Crush Syndrome habe ich verpasst :( Dafür ging es aber Freitag endlich hin. Erst mit Hetti und Viola ne Runde umschauen und dann haben wir Any Given Day angesehen. Die haben ordentlich beeindruckt! Kauf ich erst mal ne CD von.


Abends bin ich dann todmüde ins Bett gefallen und als ich wieder wach wurde und aufs Handy geschaut habe, hatte ich eine Nachricht von Vitalij: In der Nacht ist noch ein kleiner Erdenbürger gelandet :) Dem Kleinen und Julia geht es gut. Wie wunderbar <3 Kurz darauf fragte Julia, ob ich ein Buch vorbeibringen könnte. Und niemand versteht besser als ich, dass in manchen Momenten Lesestoff benötigt wird ;). Hier durfte ich also auch kurz Hallo sagen <3 Hab mich dann aber rasch wieder verkrümelt und hoffe, dass auch hier eine entspannte Kennenlernzeit bevorsteht.

Nachmittags hatten wir dann Besuch von Julia und Björn und haben nochmal gegrillt abends. Das geht einfach immer. Mir war nur zu warm. :D 
Und Sonntag hab ich morgens ein bisschen gehaushaltet und nachmittags ging es zum Müllers auf der Rü. Das bekommt aber einen extra Eintrag bald!

Sicherlich habe ich auch hier wieder einiges vergessen, aber wir kochen gleich und morgen müssen wir schon packen, weil es Mittwoch mit Thomas und Katrin zum Bang Your Head geht. So bin ich...immer auf Achse :) Ich freu mich schon!

Mittwoch, 28. Juni 2017

The Girl Before - J.P. Delaney


Klappentext: Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.
Meine Meinung: Das ist das zweite Buch, das ich mir von meinem Hugendubel-Gutschein gekauft habe. Ich habe es bei einigen anderen Buchverrückten im Internet gesehen und die Beschreibung klang ganz nach meinem Geschmack.
Erzählt wird in zwei Erzählsträngen. Einmal liest mal die Geschichte von Emma, die früher in dem Haus in der Folgate Street 1 gelebt hat und der zweite Handlungsstrang erzählt von Jane, die aktuell in dem Haus lebt.
Beide Frauen waren vor ihrem Einzug in einer schwierigen Situation und konnten ihr Glück kaum fassen, als sich die Möglichkeit eröffnete, in so einem luxuriösen Umfeld zu wohnen. Zwar ist das Haus nicht nur komfortabel sondern auch etwas gewöhnungsbedürftig - zum Beispiel gibt es keine Lichtschalter und keine sichtbaren Steckdosen, die Dusche reguliert sich automatisch und es gibt auch keinen Schlüssel - aber genau das macht vermutlich den Reiz aus. Ebenso merkwürdig ist das Auswahlverfahren, das man durchlaufen muss, bevor man in das Haus einziehen darf. Man muss einen wahnsinnig langen Fragebogen ausfüllen, der nicht nur Fragen zur finanziellen Situation oder zum Wohnverhalten stellt, sondern auch Fragen wie Eine neue Freundin erzählt dir, dass sie früher wegen einer Straftat im Gefängnis saß – was tust du? beinhaltet.
Zudem muss man vor Einzug einer langen Liste von Regeln zustimmen (keine Tiere, keine Unordnung, keine Partys, etc.) und auch dass die im Haus verbaute Elektronik die erfassten Daten deines Tagesablaufes, deiner Gewohnheiten etc. speichern und auswerten darf. So soll für zukünftige Wohnbedürfnisse geforscht werden.
Und für diese Umstände darf man dann kostengünstig im Luxus wohnen. Wie würdet ihr euch entscheiden? Ich bin mir unsicher, kann aber nicht ausschließen, dass ich nicht ebenso gehandelt hätte, wie Emma und Jane. Die haben nach kurzem Zögern eingewilligt und sind eingezogen.

Beide Frauen lernen kurz darauf den Architekten Edward kennen und beginnen eine Affäre mit ihm. Er scheint ein sehr spezieller Charakter zu sein, doch das macht ihn in den Augen der Frauen nur noch attraktiver. Doch Jane recherchiert nach einigen Bemerkungen, sie sähe der Vormieterin Emma erschreckend ähnlich, und findet heraus, dass diese unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen ist. Und zwar in der Folgate Street 1...und nach und nach hat auch sie den Eindruck, das Haus würde ihr üble Streiche spielen.

Für mich war es ein sehr kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen. Alleine das Thema zukünftiges Wohnen hat mich sehr interessiert. So unrealistisch ist das im Buch aufgezeigte Szenario auch für die nahe Zukunft ja wirklich nicht. Damit einher geht das Thema Minimalismus. Diese ganze "Slow Living" Bewegung ist ja momentan total in, ob jetzt beim Essen, bei der Kleidung oder eben beim Wohnen. Und auch wenn ich es in meinem eigenen Leben leider noch nicht wirklich umsetze finde ich die meisten Gedanken, die dahinter stecken, durchaus sinnvoll und gesund. Beide Hauptcharaktere berichten, wie Ihnen die aufgeräumte, schlichte Umgebung nach und nach hilft, auch das Chaos in ihren Köpfen aufzuräumen. Erholung fürs Auge und so weiter. Fand ich sehr nachvollziehbar.
Abgesehen davon war die Geschichte natürlich einfach spannend. Ich habe mich zwischendurch sehr gegruselt und habe auch immer wieder gerätselt, wie sich die Geschichte wohl auflösen wird.
Das Ende kam für mich ein bisschen abrupt, war aber nicht schlecht. 

Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass ich manchmal verwirrt war, von welcher Frau grade erzählt wird. Emma und Jane erleben in vielen Situationen das selbe, sodass es eben einige Wiederholungen gibt. Die sind zwar kurz gehalten, nur hat es mich eben zwischendurch verwirrt. Aber ansonsten kann ich das Buch wirklich sehr empfehlen.

Als zusätzlichen Bonus gibt es zwischen den Kapiteln immer mal wieder Fragen aus dem Auswahlverfahren, das die potentiellen Mieter durchlaufen müssen. Am Anfang konnte ich die Fragen alle leicht beantworten aber gegen Ende hin musste ich immer länger überlegen und konnte letztendlich nicht jede Frage eindeutig beantworten.
Auch hier wird man als Leser wieder ordentlich zum Nachdenken gebracht. Hab ja schon öfter erwähnt, wie sehr ich das mag.

Den Titel und auch das Cover finde ich sehr passend. Auf dem Bild sieht man einen Ausschnitt aus dem Haus und durch das Licht und den Blickwinkel wirkt es leicht gruselig, ebenso wie die Geschichte. Zum Titel muss ich ja nicht viel sagen, der erklärt sich ja von selbst.

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Ja 

Dienstag, 20. Juni 2017

Saving Grace - B.A. Paris


Klappentext: Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer – wirklich immer – an ihrer Seite …

Meine Meinung: Dieses Buch war ein Geburtstagsgeschenk von Babs. Ich hatte vorher nichts davon gehört, aber es klang sehr vielversprechend. Für diese Art Psychothriller bin ich immer zu haben.
Innerhalb von zwei Tagen war das Buch dann auch durchgelesen. Die Vorstellung, dass ein nach außen hin unfehlbarer Ehemann seine Frau gefangen hält und tyrannisiert war sehr erschreckend und ich war auf die Umsetzung gespannt.
Die Geschichte ging sehr harmonisch los und das Kennenlernen von Grace und Jack könnte schöner nicht sein.
Während Grace mit ihrer Schwester Millie in einem Park einem kleinen Konzert lauscht, steht Millie plötzlich auf und tanzt. Grace findet das einerseits wunderbar, dass ihre Schwester so ohne Scham einfach drauf lostanzt, macht sich aber andererseits auch Sorgen, dass Millie dumme Kommentare ernten könnte. Millie hat nämlich das Down-Syndrom und hat es nicht immer so leicht. Doch dann steht da plötzlich Jack vor Millie, nimmt ihre Hand und tanzt mit ihr.
Anschließend kommen Jack und Grace ins Gespräch und nach wenigen weiteren Treffen ist klar: es wird geheiratet. Grace hätte sich nie träumen lassen, einen so liebevollen Mann zu finden, der auch noch Millie akzeptiert und bereitwillig in sein Leben lassen will.
Doch schon in der Hochzeitsnacht gibt es ein paar seltsame Zwischenfälle und Grace fragt sich, wen sie hier wirklich geheiratet hat.


Die Geschichte hat mich wirklich gefesselt. Es gibt ein paar besonders gute Stellen im Buch, die einem erst im Nachhinein in ihrer ganzen Bedeutung aufgehen. Beispielsweise gibt es einen Prolog in dem Jack und Grace grade Freunde zu Besuch haben. Da fragt man sich noch, wie perfekt die Ehe wirklich ist und findet erst während des Lesens heraus, wie die Situation für Grace gewesen sein muss.
Das Buch bleibt permanent spannend und manchmal verzweifelt man regelrecht mit Grace, weil man keinen Ausweg sieht. Grace' Freundinnen wundern sich zwar manchmal, dass sie Grace nie alleine antreffen, aber da Jack so perfekt zu sein scheint, schieben sie es wohl auf die große Verliebtheit. Meine liebste Figur ist eindeutig Millie. Wie schön, dass hier ein Charakter mit Down-Syndrom eingebaut wurde. Eine entfernte Verwandte von mir hat das Down Syndrom und ich sehe sie nur selten aber sie ist echt toll! Und Millie hat eine echt grandiose Rolle in dem Buch. Sie ist viel schlauer, als die meisten Menschen in ihrem Umfeld es ihr zutrauen.
Nicht zuletzt mag ich die Auflösung des Buches. Zwar war der Ausgang recht klar, aber die Art und Weise wie alles seinen Abschluss findet hat mir sehr gut gefallen und mir fast ein diabolisches Grinsen entlockt.


Ein sehr spannender und rasanter Thriller, der sicher allen Fans dieses Genres gefallen wird.


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Ja.

Montag, 19. Juni 2017

Heartless - Marissa Meyer


Klappentext: Long before she was the terror of Wonderland, she was just a girl who wanted to fall in love. 
Catherine may be one of the most desired girls in Wonderland, and a favorite of the unmarried King of Hearts, but her interests lie elsewhere. A talented baker, all she wants is to open a shop with her best friend. But according to her mother, such a goal is unthinkable for the young woman who could be the next queen.
Then Cath meets Jest, the handsome and mysterious court joker. For the first time, she feels the pull of true attraction. At the risk of offending the king and infuriating her parents, she and Jest enter into an intense, secret courtship. Cath is determined to define her own destiny and fall in love on her terms. But in a land thriving with magic, madness, and monsters, fate has other plans.


Meine Meinung: This wonderful book came with the Wonderland-Owlcrate-Box last november. It was my first book with an exclusive cover and I immediately fell in love with it. It looks so beautiful, doesn't it? The original cover is black with red flowers. 
But it took a long time until I started reading it. You know: so many books, so little time.
However, finally I made it ;) The story seemed interesting to me. I liked the idea of the Queen of Hearts as a young girl and the question what could have happened that she became such a deadhearted queen.

The beginning of the story was really fluffy and I totally loved Cath. Altough she is high born she stays normal. She has her own thoughts and her own dream: To open a bakery with her best friend Mary. Cath loves baking, it's her biggest passion. But her parents of course have different things in mind for her.
At a great ball at the court she discovered that she ought to mary the King of Hearts and at the last minute she manages to get out of the hall. Down in the gardens she gets to know the new court joker, Jest.
I admit that I couldn't resist Jest either ;) He is funny, spontaneous and thoughtful.
After that the story slowly becomes darker. Cath falls in love with Jest but he is only the court joker her parents want her to become a queen. And her plan with the bakery seem to fail. I knew it from the beginning but it's always hard to read a book when you know that there is a bad ending :/

She would be queen, and queens...queens did not open bakeries with their best friends. Queens did not gossip with half-invisible cats. Queens did not have dreams of yellow-eyed boys and wake up with lemon trees over their beds.

Nevertheless, I enjoyed every word. There were so many well-thought-out details like the Turtle Festival or the way Cath sometimes gets fruits for her cakes. One of the best things for me was the explanation of the many different hats Hatta creates.
Also we meet a lot of well known characters from Alice in Wonderland like Cheshire or the Mad Hatter (as I said: he is so great!). There even is a great tea party, one of my favorite parts of the book.

Meanwhile, the pressure on Cath gets stronger and stronger and she gets desperate. Also a lot of bad luck came along, wrong decisions were made and in the end we meet the Queen of Hearts we all know from the Lewis Carroll stories. As you can see, the title of the book was a perfect choice.

So here I got another Owlcrate book I really love. When you are a fan of Alice in Wonderland you definetly should read it. And if not you should read it anyway because you might become a fan of Wonderland after reading Heartless. The writing style is totally different from Alice in Wonderland.

Would you read this book again? I would and I will. :)

Sonntag, 18. Juni 2017

Das Erbe der Macht - Schattenchronik 1 - Das Erwachen - Andreas Suchanek


 Klappentext: Die Welt, wie du sie kennst, ist eine Lüge!
Seit über einem Jahrhundert verbirgt der Wall die magische Gesellschaft vor Menschenaugen, garantiert Friede und Gleichheit zwischen Menschen und Magiern. Doch in den Schatten tobt ein Krieg um die Vorherrschaft. Jenifer Danvers ist eine Lichtkämpferin. Als ihr Freund und Kampfgefährte stirbt, erwacht mit Alexander Kent ein neuer Erbe der Macht, der von ihr in die Welt der Magie eingeführt werden muss.
Keiner von beiden ahnt, dass das Gleichgewicht der Kräfte außer Kontrolle geraten ist. Das Böse holt zum großen Schlag aus, um den Wall endgültig zu zerschmettern.

Machtvolle Zauber, gefährliche Artefakte, uralte Katakomben und geheime Archive. Kämpfe mit den Lichtkämpfern und dem Rat des Lichts - Johanna von Orleans, Leonardo da Vinci und viele mehr –, um den Erhalt der Menschheit.
Meine Meinung: Das Buch hab ich wochenlang völlig vergessen, zu rezensieren. 
Ich habe es letztes Jahr bei Vorablesen gewonnen und nachdem ich mit dem Lesen angefangen hatte, lag es erst mal ein paar Wochen rum. Ich kann gar nicht sagen, warum ich so schwer reingekommen bin. Die Leseprobe fand ich super und an sich gefällt mir die Story auch sehr gut. Zwar ist es Fantasy-Literatur, aber mit sehr vielen modernen Elementen. Im Buch gibt es eine Welt die grundsätzlich genau so ist wie unsere. Was die normalen Menschen (die Nimags - steht für Nichtmagier) aber nicht wissen: Im Verborgenen leben Licht- und Schattenkämpfer, die sich seit Jahrhunderten bekämpfen. Während die Lichtkämpfer versuchen, die Magie vor der restlichen Welt zu verbergen und Frieden aufrecht zu erhalten, wollen die Schattenkämpfer die Magie offen ausleben und die restliche Welt regieren. Hinzu kommen viele weitere Elemente wie zum Beispiel, dass die Lichtkämpfer von einem Rat bestehend aus sechs Unsterblichen angeführt werden. Dieser besteht unter anderem aus Albert Einstein und Leonardo Da Vinci. Interessante Idee, dass diese Genies nie gestorben sind sondern eigentlich Magier, die die Lichtkämpfer führen. Das liefert auch Stoff für viele lustige Kommentare und Seitenhiebe zu der "Jugend" der jeweiligen Unsterblichen. Schade fand ich, dass nicht direkt alle Unsterblichen vorgestellt werden. Es gibt nämlich mehrere Bände und ein Teil spielt erst später mit.

Sehr gut gefallen hat mir an der Geschichte auch, dass es nicht ein oder zwei Hauptcharaktere gibt, sondern dass hier wirklich ein ganzes Team im Mittelpunkt steht. Der Umgang untereinander ist locker, flapsig. Eine sehr junge und moderne Truppe.
Jen, eine junge Lichtkämpferin, hat soeben ihren Partner verloren und muss nun den vorlauten und arroganten Neuen - Alex - anlernen. Und das zu einer Zeit, in der die Lichtkämpfer von einer Reihe von Angriffen ausgesetzt sind.
Offenbar hat sich ein sehr geschickter Verräter in ihre Reihen geschlichen. Und der arbeitet mit brutalen und raffinierten Mitteln.

Ich glaube, dass mir hier vor allem noch ein wenig mehr Tiefgang gefehlt hat. Es gibt so viele gute Ideen, aber vieles hätte noch besser ausgearbeitet werden können. Beschreibungen von Handlungsorten sind teilweise sehr plakativ oder einfach zu kurz und manche Situationen und Dialoge ebenfalls. Beispielsweise kamen mir die Rückblicke in die Vergangenheiten von Jen und Alex beim Essenzstabmacher sehr konstruiert und zu schnell abgehandelt vor (und die Szene in der Alex seinen Essenzstab erhält ist definitiv von Harry Potter abgeguckt!).
Dennoch hat mir vieles gefallen und ich denke, ich werde mich mal nach Band zwei umsehen.

Das Cover gefällt mir gut, es passt zur geheimnisvollen Aura der Licht- und Schattenkämpfer. Der Titel bzw. die Titel stören mich ein wenig. Es ist einfach zu viel. Man hätte sich zwischen "Schattenchronik" und "Das Erbe der Macht" entscheiden sollen. Und davon sollte der erste Band dann "Das Erwachen" heißen.

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Das kommt vermutlich ein bisschen darauf an, wie sich die Geschichte in Band zwei entwickelt. Aber vorstellen könnte ich es mir.

Dienstag, 13. Juni 2017

Tote Mädchen lügen nicht - Jay Asher



Klappentext:
Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon...

Meine Meinung: Jay Asher ist mir als Autor zwar schon lange ein Begriff, genau so wie das Buch, das es ja mittlerweile auch als Serie gibt, aber gelesen habe ich noch nichts von ihm. Premiere also. Tote Mädchen lügen nicht steht schon so lange auf meiner Wunschliste, dass es letztens einfach endlich mal mit musste. Ich hatte eh noch einen Hugendubel Gutschein.
Daheim habe ich dann auch direkt losgelegt. Der Anfang ist noch ziemlich spannend. Clay bekommt die Kassetten und stellt ziemlich schnell voller Schrecken fest, was auf ihnen zu hören ist. Er will eigentlich gar nicht hören, wie er in die ganze tragische Sache mit Hannah verwickelt ist, aber er kann auch nicht aufhören. Wir als Leser können teilhaben an Hannahs Geschichte und bekommen Stück für Stück mit, wie sie mit jedem Tag verzweifelter wird.
Im Vordergrund dieser Geschichte steht ganz klar die Frage, wie man heutzutage miteinander umgeht, vor allem in der Welt der Jugendlichen. Die Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit vieler junger Menschen wird angeprangert. Oft merkt man gar nicht (oder will es nicht bemerken?) wie sehr das eigene Handeln das Leben anderer Menschen beeinflusst.
Definitiv ein sehr wichtiges Thema!

Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht überzeugen. Zum Einen fand ich Clays Part in der Geschichte einfach nur bemerkenswert langweilig, zum anderen bot die ganze Story in sich null Überraschungsmomente. Es gab so viele Möglichkeiten, dieser Geschichte eine Wendung zu geben und keine wurde genutzt. Sie läuft stur auf das hinaus, womit der Leser rechnet. Ich will Hannahs Leid nicht klein reden, aber es hat mich alles in allem einfach nicht gepackt. Vielleicht lag es auch mit am Schreibstil? Ich weiß es nicht. Kann mir grade jedenfalls überhaupt nicht vorstellen, dass daraus eine spannende Serie entstehen kann. Wie die anderen Empfänger der Kassetten mit dem Gehörten umgehen wird auch mit keiner Silbe erwähnt und somit bleibt die Moral der Geschichte weitestgehend auf der Strecke. 
Man hätte also viel mehr daraus machen können. Schade.


Den Titel finde ich sehr gut gewählt. Er macht neugierig und passt sehr gut zur Geschichte. Das Cover finde ich farblich schön auffällig und die Striche stehen für die 13 Geschichten, die Hannah zu erzählen hat zw. die 13 Personen, die darin vorkommen. Gut gelöst.


Hat das Buch jemand von euch gelesen oder hat jemand die Serie geschaut und möchte mir mitteilen, wie es gefallen hat? Bin neugierig :)


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Nein, dieses Exemplar wird hoffentlich jemand anderen glücklicher machen ;)