Mittwoch, 16. Mai 2018

Eine Hochzeit im Schwarzwald

Im Januar war ich mit der liebsten Familie im Schwarzwald. Es wird also langsam mal Zeit, dass ich davon erzähle, richtig? :D Wir waren eingeladen zur Hochzeit meines Cousins. Ich hab mich voll drauf gefreut, bevor es jedoch losging, stand erst mal noch die nachgezogene Weihnachtsfeier meiner Abteilung an. Wir machen die nun schon das zweite Jahr in Folge im Januar, weil im Dezember alle immer so ausgebucht sind. Meine Kollegin hatte meinen Chef beim letzten Mal etwas getriezt, weil andere Abteilungsleiter hier im Hause schon öfter für ihre Mitarbeiter gekocht haben. Er könne das doch auch mal für uns machen. Tatsächlich war er ziemlich schnell einverstanden, solange er Unterstützung in Form von Vorspeise und Dessert bekommt.
Da waren Ulli und ich dann natürlich sofort dabei. Daher haben wir am Freitag dann die Kantine in Beschlag genommen, den Tisch gedeckt und für unsere Kollegen gekocht.


Ich habe die Vorspeise gemacht. Es gab Wildkräutersalat mit Himbeer-Dressing und gebratenem Feta. Das wollte ich eh schon lange mal selbst machen und nachdem ich zuhause einmal Probe gekocht habe, hat es auch in der Firma ziemlich gut geklappt. Ich wundere mich ja immer über diese Menschen, die zum Beispiel beim Perfekten Dinner mitmachen und dann an dem Abend etwas kochen, was sie noch nie ausprobiert haben. Und dann wundern sie sich, wenn was nicht so klappt wie geplant. Komisch oder? Vielleicht liegt das aber auch an mir und meinem Drang, alles so gut wie möglich durchzuplanen. Mein Chef hat Hirschgulasch mit Rotkohl und Klößen gekocht. Natürlich hat er das zuhause schon vorbereitet, das hätte an dem Freitag doch etwas lange gedauert. Und ich muss sagen, dass es wirklich ganz vorzüglich geschmeckt hat! Das Fleisch war butterzart und mit kräftiger dunkler Soße kriegt man mich ja immer rum! Und Ulli hat einen Cherryteufel mitgebracht zum Nachtisch. Das ist eine Art abgewandeltes Tiramisu. Die Löffelbiskuits werden mit Sherry getränkt und mit Vanillepudding, Kirschen und Sahne geschichtet. Sehr lecker! Ich bin also gut gestärkt ins Auto gestiegen. 

 Die Fahrt war leider alles andere als entspannend. Wir hatten das schon befürchtet, aber das macht es ja auch nicht besser. Es war Freitag, Nachmittag und je weiter wir gen Süden kamen, desto usseliger wurde das Wetter. Ab Stuttgart ging das Schneechaos dann richtig los. Letztendlich waren wir um 21 Uhr dann endlich da, wurden sehr nett von unserer Airbnb Gastgeberin empfangen und sind dann auch ehrlich gesagt nur noch ins Bett gefallen. Vor allem Tommy war platt, da er die ganze Zeit gefahren ist.
 Am nächsten Tag haben wir uns dann erst mal unsere Wohnung angesehen (sehr hübsch mit riesiger Couch). Und der Ausblick war dann mit dem Schnee auch sehr nett. Wir haben uns dann angezogen und sind nach Villingen-Schwenningen gedüst. Dort haben wir im Internet vorab von einer kleinen, sehr guten Kaffeerösterei gelesen. Und seit bei uns ein Kaffeevollautomat (aka Helga) eingezogen ist, gehen wir überall in Kaffeeröstereien und bringen uns frische Bohnen mit.
Tatsächlich ist Der Kaffeemacher ein wundervolles kleines Lädchen im Herzen der Altstadt, das mehr als liebevoll hergerichtet ist.

Und man bekommt dort nicht nur Kaffee, sondern auch die von mir schon lange beäugelte Schokolade von Original Beans und andere Leckereien wie Marmelade. Außerdem gibt es eine große Auswahl loser Teesorten. Wir haben uns die Angebote angeschaut und wurden direkt gefragt, ob wir vielleicht eine Tasse probieren wollen, bevor wir uns für eine Sorte zum Mitnehmen entscheiden.
Na da sagen wir doch nicht nein! Das Besondere an dieser Rösterei ist zudem, dass es dort regelmäßig kleine Kontingente an seltenen Kaffeesorten/-bohnen gibt. Als wir da waren, gab es z.B. grade den "Frauenkaffee". Ich habe leider vergessen, wo diese Sorte herkam. Aber den habe ich dann jedenfalls probiert, während Tommy sich für die "Wiener Mélange" entschieden hat. Der Frauenkaffee hat uns letztendlich dann zu speziell geschmeckt und wir haben uns die Wiener Mélange und noch zwei andere Sorten ausgesucht. Toll finde ich dieses spezielle Angebot aber dennoch. Und bezahlen mussten wir fürs Probieren natürlich auch nicht :).

Anschließend ging es mit meinen Eltern, Maike und Oma essen. Wir sind einfach in das Hotel gefahren, in dem die vier übernachtet haben, denn das Restaurant dort war ziemlich gut. Und anschließend hieß es auch schon: Aufhübschen!
Denn um halb vier sollte die kirchliche Trauung losgehen. Es war ziemlich kalt und ungemütlich, aber in der Kirche wurden wir sehr herzlich von Lilis Eltern empfangen und als wir auf unseren Plätzen saßen, ließ die Braut auch nicht mehr lange auf sich warten.
Wisst ihr....ich habe meinen Cousin vor unserer Hochzeit im Oktober jahrelang nicht gesehen und obwohl ich mich mega für ihn und Lili gefreut habe, war ich bislang emotional halt nicht sooo involviert. Das ist vermutlich normal, wenn man Menschen nicht so gut kennt und fast nie sieht. Aber als Lili in die Kirche kam, saß ihre und Michis kleine Tochter mit vorne am Altar und als sie ihre Mama in dem schönen Hochzeitskleid entdeckt hat, hat sie angefangen zu strahlen und ist auf sie zugerannt und hat "Mamaaaaa!" gekreischt. Das war schon ziemlich süß.
Und schwupps standen mir Tränen in den Augen. :)
Die Trauung war dann sehr schön. Nicht zu lang, mit einem netten Pfarrer. Lilis eine Schwester hat die Fürbitten vorgelesen (heißt das Fürbitte? Wenn man vorliest, was man dem Brautpaar wünscht? Entschuldigt, aber meine religiösen Kenntnisse halten sich in Grenzen) und es gab eine Live Sängerin, die eine sehr schöne Stimme hatte. Am Schluss wurden in der Kirche noch Fotos gemacht.
Wir haben uns dann rasch vom Acker gemacht, denn wir wollten unser Leihauto zur Wohnung bringen und dann mit dem Taxi zur Location fahren. Tommy und ich wollten eine der seltenen Gelegenheiten nutzen und mal zusammen was trinken ;) Das Taxi von der Wohnung zur Location hat uns 35 € gekostet. Für 2 Kilometer!!!!! Zieht euch das mal rein. 25 € Aufschlag mussten wir bezahlen, weil dort halt schon alles so ländlich ist und es nicht viele Taxi-Unternehmen gibt. Da haben wir ganz schön geschluckt. Ich mein, man gönnt sich ja sonst nix, aber in der Location meinte Papa dann direkt, dass er uns Abends eben schnell heim fährt. Da er mit dem Auto gekommen war, würde er ja eh nicht viel trinken. Puh....Glück gehabt und 35 € für die Rückfahrt gespart :D
 Die Location - Die Säge - war wunderschön. Ein hübsches Fachwerkhaus und schön dekoriert war es. Wir haben uns sofort wohl gefühlt. Als das Brautpaar ankam, hatten die Eltern von Lili einen Hefekranz vorbereitet, den die beiden anbrechen mussten. Das ist ja eine altbekannte Hochzeitstradition. Dann konnten alle nochmal ordentlich gratulieren und dann hat sich jeder an seinen Platz begeben.

Wir saßen am Familientisch. Das bedeutet, wir saßen nahe beim russischen Brautvater und dem Wodka :D Papa, Mama und Oma haben nichts getrunken, aber Maike, Tommy und ich haben uns wirklich redlich angestrengt, mitzuhalten. Mein epic Moment für diesen Abend war dementsprechend als Maike mir, nachdem wir gerade wieder nachts in unserer AirBNB Wohnung angekommen waren, schrieb "Ey, Lilis Papa hat mich grade angestupst und gemeint, ich hätte heute ja noch gar nichts mit ihm getrunken."
Hahahahaaaaa :D Echt töfte war der!
Ein DJ hat uns durch den Abend geführt und hat auch ein bisschen moderiert. Beispielsweise beim Brautschuhklau, bei dem die Hochzeitsgesellschaft den Schuh zurückkaufen musste. Wenn jemand 50 € gegeben hat, mussten die Trauzeugen und/oder die Eheleute eine Aufgabe erfüllen.
Zum Beispiel "Jeder Frau im Raum einen Kuss geben" oder "Tanzt zu Gangnam Style". Sau lustig zum angucken. Ich hätte allerdings jeden rausgeschmissen, der das mit mir probiert hätte :D



 Außerdem gab es natürlich einen Eröffnungstanz vom Brautpaar mit Konfettikanone. Sehr hübsch!
 Und für die Kids kamen dann noch Freunde von Lili und Michi als Minnie und Micky Maus verkleidet. Die hatten echt Spaß!
 Ihr seht also, wir wurden gut unterhalten...
 ...und Papa und Tommy haben sich auch blendend zusammen amüsiert. ;)
 Auf dem Oberrang der Location habe ich dann noch diese hübschen herrendamenlosen Schuhe entdeckt. Ein sehr schönes Symbolbild für eine gute Hochzeitsfeier! Also nochmal vielen Dank, dass wir dabei sein durften und auf eine lange, glückliche Ehe!

Irgendwann gegen Mitternacht gab es dann draußen noch ein Feuerwerk und einen Mitternachtssnack in Form von Currywurst. Da hab ich natürlich zugegriffen und bin mir sicher, dass es mir deswegen am nächsten Morgen nicht so schlecht ging wie Tommy :D

Apropos Morgen....nachdem wir uns einigermaßen regeneriert hatten, sind wir am nächsten Morgen noch zu einer kleinen Erkundungstour durch den Schwarzwald aufgebrochen. Schließlich hatten Tommy und ich extra noch einen Tag dran gehängt, um genau das zu tun. Wir sind zum Kandel gefahren, nach dem Feldberg der beliebteste Berg im Schwarzwald. Währenddessen kamen wir durch super schöne Land- und Ortschaften. Auf dem Berg lag richtig viel Schnee, die Sicht war allerdings auch schlecht. Trotzdem war es echt schön, durch dieses Winterwunderland zu laufen. Auf dem Rückweg ging es noch nach Triberg zu den Wasserfällen. Triberg ist zwar sehr touristisch, aber echt schnuckelig und der Wasserfall auch echt beeindruckend. Leider habe ich grade keine Fotos davon. Wenn ich dran denke, frage ich Tommy mal noch nach einem.
Danach war der Tag auch leider schon fast wieder rum und wir haben uns dann noch entschlossen, in Villingen-Schwenningen indisch essen zu gehen. Das war genau das richtige nach so einem Tag. Danach haben wir uns nur noch auf die Couch gefläzt und am Montag ging es dann wieder heimwärts.
Schwarzwald, es war schön! Wir kommen gerne wieder!

Montag, 14. Mai 2018

Owlcrate Box Februar 2018 - Hidden Worlds

So jetzt wird hier mal ein bisschen was nachgeholt. Eine wunderschöne, prall gefüllte Owlcrate Box vom Februar will noch vorgestellt werden. Hidden Worlds war das Thema. Klang ganz toll für mich. Definitiv ein Thema, zu dem mir selbst unheimlich viele Dinge eingefallen sind. Als Geschichten sofort Alice im Wunderland und Narnia. Also schauen wir mal zusammen, was drin war.

Eine Kette mit einem Schlüssel, inspiriert von Coraline und hergestellt von Owlcrate selbst. Ich finde die Kette echt schön, weiß aber nicht genau, ob ich sie tragen werde. Bin mir einfach nicht sicher, ob sie zu mir passt. Muss ich mir noch überlegen.



Na, was hab ich gesagt? Narnia. Genauer gesagt eine von Narnia inspirierte Kerze von VIVLYO mit dem passenden Namen "Through the wardrobe". Sie riecht nach Minze und nach Wald. Ganz toll <3

Dann gab es diese hübsche kleine Tasche von Risa Rodil. Der Spruch darauf ist aus Daughter of smoke and bone. Das Buch kenn ich leider noch nicht. Diese kleine Tasche werde ich auf Reisen aber sicherlich gebrauchen können.

Mit Alice im Wunderland hatte ich ebenfalls Recht. Ein richtig niedlicher Sticker von Naomi Lord war dabei. Wenn ihr Mangas mögt und Kawaii steht (was auch immer das genau ist :D), werdet ihr ihre Illustrationen lieben!
Außerdem gab es zusätzlich zum Buch diesen Monat eine Reihe von Stickern passend dazu. Die werden meine Zitate-Notizbücher verzieren!

Hach jaaaa und dann war noch dieses tolle Stück in der Box. Ignoriert das Verpackungschaos hinten dran und meine stylische Pijama Hose bitte auch und konzentriert euch nur auf diesen geilen Wandteppich von Evie Seo. Wenn Tommy einverstanden ist, räume ich demnächst unser Schlafzimmer etwas um und dann kommt das übers Bett, zusammen mit einer Lichterkette.

Natürlich will ich euch auch die monatliche Karte mit Button und Infoheft nicht vorenthalten. Die kleinen Hefte find ich übrigens richtig klasse. Darin wird immer einer der Shopf vorgestellt, die im aktuellen Monat etwas zur Owlcrate Box beigesteuert haben und es gibt Interviews und Ähnliches. Total klasse.

 Das Buch klingt außerdem mal wieder richtig toll und ich freue mich schon so aufs Lesen! Das wird bestimmt super. Schon das Cover ist der Hammer.
Hier der Brief der Autorin:


Uuund natürlich zu guter Letzt wieder die Themenankündigung für den nächsten Monat. Across the Galaxy ist jetzt echt nicht so ganz mein Thema. Hab kurz überlegt, zu skippen. Aber hab es dann doch gelassen und bin ganz froh drum. Zeige euch bald, wieso! :)

Wär das Thema was für euch?





Sonntag, 13. Mai 2018

Was erwarte ich von einem guten Chef?

Im Moment komme ich mal wieder null zum Bloggen. Dabei will so viel erzählt werden. Aber das Real Life hat Vorrang. Gerade habe ich mal eine Bestandsaufnahme von allen noch zu rezensierenden Büchern gemacht und was soll ich sagen? Allein da warten bestimmt 20 Stück auf ihr Erscheinen im Blog. Aber ich versuche, mich nicht stressen zu lassen. Und heute will ich nämlich auch mal über etwas anderes reden. Ich möchte darüber sprechen, was für mich einen guten Chef ausmacht.


Da die Frage bei uns im Betrieb (und auch sonst in meinem Umfeld) momentan wieder besonders aktuell ist, kam mir die Idee, mal einen kleinen Beitrag zu dem Thema zu verfassen.
Ich finde die Frage nämlich sehr spannend, da sie zwar grundsätzlich sehr einheitlich beantwortet werden kann, aber in den Details ja durchaus die Gemüter spaltet.
Da ich aber weder über meinen Arbeitgeber oder direkten Vorgesetzten einfach im Internet schreiben möchte, noch über die von Familie oder Freunden, dachte ich, ich fasse einfach mal zusammen, was der ideale Arbeitgeber/Chef für mich tun und können müsste. Übrigens sollen die unten genannten Punkte nicht signalisieren, dass mein Arbeitgeber oder Vorgesetzter genau diese Dinge nicht beachtet oder einhält. Die Punkte habe ich teilweise aus eigener Erfahrung und auch aus vielen Erzählungen in meinem Umfeld mitgenommen :)


Gerne könnt ihr da was ergänzen. Und mich würde auch die Gegenseite interessieren. Vielleicht findet sich ja ein Vorgesetzter unter den Lesern dieses Artikels und möchte mir mal sagen, was er von seinem idealen Mitarbeiter erwartet. Oder ich versuche mich da auch mal an einem Artikel zu...jetzt aber erst mal zum Chef.


1) Lohn/Gehalt: Zum Einen möchte ich für meine Arbeit bezahlt werden. Und zwar angemessen. Angemessen bedeutet für mich, dass ich z.B. bei einem Vollzeitjob mich selbst und im Idealfall auch noch meinen Partner ernähren kann. Wenn ich mich weiter entwickle, mich zum Beruf passend fortbilde, mehr Aufgaben und Verantwortung übernehme, dann möchte ich, dass mein Gehalt entsprechend angepasst wird.
Und das Wichtigste zum Schluss: Ich möchte zuverlässig und pünktlich mein Geld erhalten! Viel zu oft höre ich, dass das nicht der Fall ist. So oft habe ich Mieter sagen hören, sie könnten ihre Miete nicht bezahlen, weil sie noch kein Gehalt von ihrem Arbeitgeber bekommen haben. Ganz ehrlich? Wo soll meine Motivation herkommen, wenn ich nicht mal das Geld zum Leben pünktlich erhalte und dadurch eventuell in anderen Lebensbereichen richtige Schwierigkeiten bekomme? Es hat nun mal nicht jeder so viel Geld auf der hohen Kante, dass man problemlos wochenlang auf sein Gehalt verzichten kann. Arbeitgeber, denen so etwas egal ist, sind für mich hochgradig arrogant ihren Mitarbeitern gegenüber!


2) Einbeziehen in Entscheidungen: Nehmen wir an, ich habe einen Mitarbeiter vor mir sitzen, der schon etwas länger für meinen Betrieb/meine Abteilung zuständig ist. Nehmen wir an, dieser Mitarbeiter erledigt seine Arbeit zuverlässig und fehlerfrei (bis auf die kleinen Fehler, die jedem Mal passieren), hält Fristen ein und weiß einfach, was er tut. Wenn es nun zu Themen wie Neuverteilung von Aufgaben, Sonderaufgaben oder andere Veränderungen im Arbeitsablauf kommt, dann sollte ich als Chef diesen Mitarbeiter aktiv in die Entscheidungen und in das Projekt mit einbeziehen. Der Mitarbeiter kennt sein Arbeitsgebiet am besten. Er weiß, wo es zu Schwierigkeiten kommen kann, welche Dinge wichtig sind und kann den benötigten Zeit gut einschätzen. Oft klingen Dinge in der Theorie ziemlich gut, aber in der Praxis sind sie dann nur schwer umzusetzen.


3) Kenntnis über die Arbeit der Mitarbeiter: Ich erwarte nicht, dass mein Chef all meine Arbeiten im Detail kennt, geschweige denn, dass er sie selbst alle ausführen kann. Aber ich erwarte, dass er weiß, für welche Aufgaben ich zuständig bin und dass er zumindest grob abschätzen kann, wie viel Zeit sie in Anspruch nehmen. Sollte er das nicht wissen, dann wäre es wünschenswert, dass er mich entweder fragt und meiner Zeitangabe vertraut oder er schaut sich den Arbeitsablauf einmal selbst an.


4) Sonderaufgaben: Jeder Mitarbeiter hat sein festgelegtes Aufgabengebiet. Fast in jedem Job ergeben sich aber zwischendurch mal Sonderaufgaben, die erledigt werden müssen. Auch hier wünsche ich mir von meinem Vorgesetzten, dass er diese Sonderaufgaben nicht einfach an mich weitergibt. Zumindest sollte mit dem Mitarbeiter besprochen werden, wie die Aufgabe zeitlich in seine normale Arbeit reinpasst oder ob er dabei weitere Unterstützung benötigt.


5) Ansprechbarkeit/Erreichbarkeit: Wenn ich als Mitarbeiter ein Problem oder eine Frage habe, dann wünsche ich mir, dass mein Chef für mich zumindest zeitnah erreichbar ist und mir bei der Lösung des Problems hilft. Wochenlange Wartezeiten oder gar keine Antwort sind kein befriedigendes Signal für den Mitarbeiter.


6) Wertschätzung der geleisteten Arbeit: Wenn ich, wie schon in Punkt zwei beschrieben, ein zuverlässiger Mitarbeiter bin, dann möchte ich, dass mein Arbeitgeber/mein direkter Vorgesetzter dies auch zu schätzen weiß. Dazu gehört, dass man sich nicht andauernd von einer Vertragsverlängerung zur nächsten hangeln muss. Dass man einem Auszubildenden möglichst frühzeitig Bescheid gibt, ob man ihn übernehmen kann oder nicht. Dass man sich bewusst ist, dass mit jedem Mitarbeiter in der Regel jede Menge Wissen verloren geht. Dass es nicht selbstverständlich ist, unendlich viele Überstunden zu machen.


7) Respektvoller Umgang: Das ist schon fast zu allgemein, denn das wünsche ich mir natürlich im Umgang mit allen Menschen. Dennoch habe ich auch schon oft genug von Vorgesetzten gehört, die ihre Mitarbeiter beleidigen oder klein machen und das geht natürlich gar nicht. 


8) Zeitliche Flexibilität: Natürlich muss ich in vielen Berufen zu ganz genau festgelegten Zeiten an meinem Arbeitsplatz sein, aber wenn es mal um einen wichtigen Arzttermin oder einen familiären Notfall geht, wäre es doch echt toll, wenn mein Arbeitgeber mir die Möglichkeit gibt, diese Termine wahr zu nehmen.


Das sind vorläufig alle Punkte, die mir so spontan einfallen. Vielleicht mag jemand etwas hinzufügen? Ich habe bestimmt etwas vergessen.
Übrigens werde ich wohl wirklich demnächst auch nochmal einen Eintrag zum Thema Mitarbeiter verfassen, denn wie gesagt, die andere Seite ist ja genau so spannend. Immer her mit Ideen! :)


Habt eine schöne restliche Woche. Vor allem Arbeitswoche mit euren Chefs ;P

Sonntag, 15. April 2018

Biss zum Morgengrauen - Stephanie Meyer

Klappentext: Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte Bella ihren Umzug nach Forks, einer langweiligen, verregneten Kleinstadt in Washington State, kaum in Verbindung gebracht. Bis sie den geheimnisvollen und attraktiven Edward kennen lernt. Er fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein. Aber was ist er dann? Die Geschichte einer verbotenen Liebe beginnt, einer Liebe gegen jede Vernunft. So romantisch und spannend, dass dem Leser bei diesem wunderschön geschriebenen Buch eine Gänsehaut über den Rücken läuft.
Meine Meinung: Noch ein Buch, dass ich im letzten Jahr mal wieder lesen wollte. Ein Reread also. Ich weiß schon gar nicht mehr, woher ich die Reihe habe. Ich meine mich dunkel erinnern zu können, dass Oma mir oder Maike den ersten Band mal geschenkt hat. Es ist immer schwierig, so im Nachhinein eine Rezension zu schreiben, wenn das Buch und sogar die Filme schon viele Jahre erschienen sind und einen richtigen Hype erfahren zu haben. Mir graut auch schon davor, wenn ich die Harry Potter Rezensionen schreiben werde, denn ich möchte im Zuge der illustrierten Schmuckausgaben alle Bücher hier bald rezensieren.
Es ist einfach schwer, sich nicht so von all den Medien etc. beeinflussen zu lassen.
Ich versuche es dennoch mal.
Meine erste Erinnerung an dieses Buch ist, dass ich es wirklich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Innerhalb von wenigen Tagen hatte ich es durchgelesen und auch sofort mit Band zwei angefangen, weil es mich wirklich gefesselt hat.

Bella war mir sehr sympathisch. Dieses schüchterne und sehr schusselige Mädchen, dass zu ihrem Vater in das verschlafene Nest Fork zieht habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Und Edward und seine Geschwister haben mich genau wie Bella von Beginn an fasziniert und ich wollte mehr über sie erfahren.
Ich finde, in diesem ersten Band der Reihe ist alles wunderbar aufgebaut. Bella wundert sich immer mehr über ihren seltsamen Sitznachbarn in der Schule, der sich abwechselnd sehr abweisend oder sehr anhänglich verhält, und findet zeitgleich Stück für Stück immer mehr über ihn heraus. Sei es, durch schlichte Beobachtung oder durch Erzählungen von Jacob, mit dem sie die alte Kindheitsfreundschaft wieder aufleben lässt.
Als Edward Bella schließlich gleich zwei Mal aus Situationen rettet, in denen er eigentlich unmöglich hätte rechtzeitig da sein können, bringt Bellas Geduld zum überlaufen und sie lässt nicht locker, bis sie sein Geheimnis schließlich lüften kann.
Doch die Wahrheit schockt sie nicht so, wie sie es hätte tun sollen, denn sie hat sich verliebt...

Parallel dazu gibt es ein paar seltsame Todesfälle im Ort, durch die Bella vor allem über ihren Vater Charlie, der bei der örtlichen Polizei arbeitet, erfährt. Irgendetwas, vermutlich ein Bär, treibt sein Unwesen im Umfeld von Forks. Zumindest glauben dies die Dorfbewohner. Bella erfährt durch Edward und seine Familie, wer wirklich dahinter steckt und die Gefahr ist weit schlimmer, als gedacht. Und Bella steht plötzlich im Mittelpunkt der Bedrohung.

Ich mochte alle Charaktere im Buch wirklich gerne und konnte mit vielen mitfühlen. Die Mischung aus rätselhaften, spannenden und auch lustigen Momenten macht das Lesen sehr unterhaltsam (zum Beispiel Bellas erstes Kennenlernen mit Edwards Familie) und kurzweilig.

Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich aber dennoch. Mir hat nie gefallen, dass Bella sich selbst immer so wenig wertschätzt. Für sie ist Edward der schöne, starke, intelligente Junge, der von allen angehimmelt wird und sie ist das tollpatschige, hässliche Mädchen, das sich nicht vorstellen kann, dass sich jemand für sie interessiert. So eine Einstellung ist meiner Meinung nach ungesund für eine Beziehung.
Und was ich auch etwas lächerlich fand (ACHTUNG SPOILER ANFANG!), ist, dass Edward in der Sonne glitzert. Das war für mich zu kitschig. Ich vermute, die Autorin wollte den Mythos, das Vampire sich nicht in der Sonne aufhalten können, neu interpretieren, aber das wäre auch anders gegangen. (SPOILER ENDE)

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten war mir das Lesen - auch beim zweiten Mal - ein echtes Vergnügen. Ich muss das Buch nur ganz klar von den Filmen trennen, denn die Filme treffen so gar nicht meinen Geschmack. Kirsten Steward hat für mich von Anfang an nie in die Rolle gepasst (wenn ihr mich fragt, hat sie genau einen Gesichtsausdruck) und Robert Pattinson spielt seine Rolle auch nicht berauschend. Und generell ist der ganze Aufbau der Filme für mich nicht gut der Fokus oft auf die völlig falschen Aspekte gesetzt. Aber das ist Geschmackssache.

Titel und Cover: Beides finde ich bei meiner Ausgabe sehr gelungen. Der Titel mit dem Wortspiel "Bis(s)" gefällt mir super weil es sowohl romantisch klingt als auch zum Thema passt. Und das Cover mit dem Frauenhals passt ebenfalls perfekt.

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Die Frage erübrigt sich :)

Donnerstag, 12. April 2018

Rezept für Besenbrot

So. Natürlich wollte ich mit Klaus dann direkt auch ein Rezept ausprobieren und mein Gedanke fiel sofort auf das Buch Wildbakers von Johannes Hirth und Jörg Schmid. Die beiden zusammen nennen sich Wildbakers und sind in der Bäckerszene wohl auch ziemlich bekannt für ihre teilweise außergewöhnlichen Kreationen (z.B. Sushibrot). Das Buch hatte Tommy mir vor einiger Zeit geschenkt und nun konnte ich endlich mal etwas daraus ausprobieren.


Entschieden habe ich mich für das Besenbrot, das sich aus vier Komponenten zusammensetzen sollte: Sauerteig, Quellstück, Vorteig, Hauptteig.
Nicht abschrecken lassen davon, dass sich das immer alles so kompliziert liest auf den ersten Blick. Das war genau der Grund, weshalb ich jahrelang kein Brot gebacken habe. Dabei braucht man nur Zeit und muss den Teig ordentlich kneten. ;)

Zutaten (für ein Brot à 1,3 kg):
Für den Sauerteig
100 g Roggenmehl (Type 1150)
10 g Anstellgut

Für den Vorteig:
50 g Weizenmehl (Type 550)
2 g frische Hefe

Für das Quellstück
25 g Semmelbrösel

Für den Hauptteig
100 g Weizenvollkornmehl
500 g Weizenmehl (Type 1050)
100 g Roggenmehl (Type 1150)
25 g Salz
15 g frische Hefe

Zubereitung:
Für den Sauerteig vermischt ihr das Mehl mit dem Anstellgut und 80 g handwarmem Wasser in einer Schüssel. Die Schüssel lasst ihr anschließend abgedeckt an einem warmen Ort mindestens 16 Stunden reifen.

Für den Vorteig verknetet ihr Mehl, Hefe und 30 g Wasser in einer Schüssel zu einem Teig. Diesen lasst ihr danach abgedeckt über Nacht im Kühlschrank reifen. (Hätte ja nie gedacht, dass 2 g Hefe etwas bewirken, aber das tun sie tatsächlich! Sieht man auf dem Bild unten. In der kleinen weißen Schale ist der Vorteig und der wirft ordentlich Blasen.)

Für das Quellstück die Semmelbrösel in einer kleinen Schale mit 50 g Wasser übergießen, gut vermischen und über Nacht quellen lassen.

Ihr merkt schon: Ihr braucht viele Schüsseln ;) Aber das gibt's zumindest bei uns im Überfluss.



Für den Hauptteig Sauerteig, Quellstück, Vorteig und alle anderen Zutaten mit 430 g kaltem Wasser in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben (oder man muss mit Muskelkraft ran). Den Teig dann zunächst 5 Minuten auf niedriger Stufe, anschließend 7 Minuten auf schneller Stufe verkneten. Den fertigen Teig nun mindestens 3 Stunden abgedeckt ruhen lassen (unbedingt Frischhaltefolie über die Schüssel legen, wenn man mit einem Küchentuch abdeckt. Wenn die Schüssel zu klein für den aufgegangenen Teig ist, klebt der Teig sonst am Tuch und das ist eine riesen Sauerei!). Mit der Teigruhe ist das ja auch so eine Sache. Meiner Erfahrung nach muss man sich da nicht akribisch genau dran halten, wenn es darum geht, einen Teig mal länger gehen zu lassen. Verkürzen sollte man die Zeit nicht, aber ich habe den fertigen Teig hier gute 6 Stunden gehen lassen und das hat ihm auch nicht geschadet. Allerdings sollte man alles, was Hefe beinhaltet, nicht länger als 12 gehen lassen. Ich habe mal gelesen, dass die Hefebakterien sich danach quasi selbst vertilgen und dann verliert der Teig seine Backeigenschaft.

So...zurück zum Text. Nach der Ruhezeit wird der Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ordentlich durchgeknetet und rundgewirkt.

Dann habe ich den Teig mit dem Schluss nach Oben auf ein Backblech mit Backpapier gelegt und bei Raumtemperatur abgedeckt mit einem Küchentuch 45-60 Minuten nochmal gehen lassen.

In der Gehzeit kann der Backofen schon mal auf 280 °C vorgeheizt werden. Wenn vorhanden, mit Backstein. Brote bitte immer mit Ober- und Unterhitze backen, Umluft ist nicht so gut für den Backvorgang.

An dieser Stelle muss ich auch mal sagen, dass ich noch meilenweit davon entfernt bin, bäckertechnisch gut ausgestattet zu sein. Unser Ofen schafft gar nicht mehr als 260 °C und einen Backstein, der im Originalrezept mit verwendet wird, habe ich auch nicht. Aber lasst euch nicht abschrecken. Es geht oft auch ohne. Sicherlich wird das Ergebnis mit noch etwas besser, aber ich habe das Brot eben mit einer Anfangstemperatur von 260 °C und ohne Backstein gebacken und es ist auch super geworden.

Den Teig mit einem scharfen Messer drei Mal einschneiden und in den Ofen schieben. Entweder auf den Backstein legen oder - wenn keiner vorhanden - auf dem Backblech in den Ofen schieben.
 


Zeitgleich eine wasserfeste Schale mit 250 ml Wasser auf den Ofenboden stellen. Das erzeugt Dampf während des Backvorgangs und sorgt dafür, dass die Kruste zwar knusprig aber nicht steinhart wird.
Die Backzeit des Brotes beträgt ca. 70-80 Minuten. Nach 10 Minuten Backzeit die Temperatur auf 220 °C , nach weiteren 40 Minuten auf 200 °C herunter reduzieren und so fertig backen.
Das Brot ist fertig, wenn man auf den Boden klopft und es leicht hohl klingt. (Ich gestehe aber, ich habe noch nie eine Klopfprobe gemacht, sondern das Brot einfach immer nach der vorgegebenen Zeit heraus geholt :D).
Am besten erst anschneiden, wenn das Brot vollständig ausgekühlt ist. Auch, wenn mir das immer unglaublich schwer fällt und ich meistens doch eher anschneide ;) Es riecht immer so gut und ich bin so gespannt wie es schmeckt.

Da dieses Brot für unser Osterfrühstück gedacht war und die Gäste nach und nach eingetrudelt sind, habe ich leider total vergessen, ein Foto vom fertigen Brot zu machen. Es war auf jeden Fall ein riesiges Teil und hat ausgesehen, wie ein Brot aussehen soll. Die Kruste oben war richtig kross und die Krume schon weich. Immerhin vom Rest konnte ich noch ein Foto machen:


Ich bin sehr zufrieden gewesen und werde nun schön weiter backen. Wenn ihr an dem Rezept hier irgendwas nicht versteht oder euch sonst etwas unklar ist, fragt mich ruhig. Vielleicht kann ich helfen. Ich kann jedenfalls nur jedem empfehlen, es mal selbst zu probieren, denn man ist unglaublich stolz, wenn man so ein fertiges Brot aus dem Ofen zieht :).